zoot_starWenn jemand so vielseitig beschäftigt ist wie Stuart Price, braucht man sich nicht zu wundern, dass manches seiner Projekte nur alle Jubeljahre mit einem neuen Album um die Ecke kommt. Zum Glück war es jetzt bei Zoot Woman endlich mal wieder soweit.

Dass die anderen beiden Bandmitglieder, die Brüder Johnny und Adam Blake, Price während seiner Abtrünnigkeit, in der er u.a. Alben von Madonna, The Killers, Hard-Fi und den Pet Shop Boys produzierte, nicht herauswarfen, ist wohl ein eindeutiger Fingerzeig auf die Bedeutung des umtriebigen Musikers. So trennt man bei Zoot Woman seit Jahren klar zwischen Studio- und Liveband, denn bei den Konzerten ist Price schon lange nicht mehr dabei.

Er alleine ist aber auch nicht Zoot Woman, schließlich sind alle Drei an Songwriting und Produktion beteiligt – und dann ist da auch noch Johnny Blakes unverkennbare Stimme, die ein wesentliches Charaktermerkmal der Band ausmacht. Und so erkennt man schon bei den ersten Takten des Openers, der starken Single „Don’t Tear Yourself Apart“, wer da im Player rotiert.

Während das letzte Album, „Things Are What They Used To Be“ (2009) stärker als zuvor in Richtung Club unterwegs war, sind Zoot Woman auf „Star Climbing“ wieder dichter dran am Sound der ersten beiden Alben „Living In A Magazine“ (2001) und „Zoot Woman“ (2003). Ohne diese jedoch stumpf zu kopieren, stattdessen hat man dem Sound dieses Mal eine etwas optimistischere Note verpasst.

Also flirren die Synthesizer wie in schönsten Momenten der 80er, dazu grooven die Beats und Blake singt mit seiner hellen Stimme wundervoll eingängige Melodien. Das kann dann schon mal klingen, wie OMD es heute nur noch ab und zu hinbekommen („Coming Up For Air“). Oder wie eine wiederentdeckte Synthiepop-Hymne einer früheren Epoche („Nothing In The World“).

Dank immer wieder eingeflochtener moderner Sounds sowie durch den Einsatz gelegentlich etwas kräftigerer Beats und Mikrofoneffekte (im eingängigen „The Stars Are Bright“ bzw. im clubbigen „Lifeline“) schaffen es Zoot Woman aber auch auf diesem Album, nicht altbacken zu klingen. Sehr gelungene Scheibe, wir hören uns hoffentlich vor 2020 wieder!

Die depechemode.de-Wertung: 8/10

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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