Es wird mal wieder Zeit, die Saiten schwingen zu lassen. Da kommt die aktuelle Platte von Zeraphine gerade recht. Nachdem Frontmann Sven Friedrich Anfang 2008 mit seinem Soloprojekt Solar Fake für funkelnde Augen bei den Fans elektronischer Musik sorgen konnte, gibt es nun wieder grundsolide und vor allem handgemachte Songs auf die Ohren.

Mit den Dreadful Shadows räumte Sven Friedrich bereits in den 90er Jahren kräftig ab. Nach der Trennung Anfang 2000 gründete der Berliner zusammen mit Norman Selbig Zeraphine. Musikalisch bewegt sich die Band dabei irgendwo zwischen Dark-, Wave- und Alternativ-Rock, wobei elektronische Einflüsse bei den einzelnen Songs allgegenwärtig sind. So auch auf dem jüngsten Spross, der auf den Namen „Whiteout“ getauft wurde.

Elektronisch wird das neue Werk mit „Erwachen“ intoniert, wobei die verwendeten Sounds doch ein wenig an das vorangegangene Soloalbum von Sven Friedrich erinnern. Einen grandiosen Start legt die Band jedoch mit „Lieber Allein“ hin. Hier passt jedes Riff, jeder Ton und der Refrain hat das Potential für einen echten Zeraphine Klassiker. Da wirken auch die vorhandenen Reminiszenzen an den einen oder anderen Oomph! Song nicht gewollt aufgesetzt, sondern verleihen „Lieber Allein“ seine Charakteristik.
Ähnlich ansprechend ist auch „I Will Be There“ produziert, wobei der eigentliche Stil der Band hier deutlicher zum Tragen kommt. Eine klasse Pop-Rock-Nummer, die einen durch und durch pathetischen Refrain besitzt.
Der Hang zum Pathos findet sich auch bei den restlichen Songs immer mal wieder. So zum Beispiel bei der bittersüßen Rockballade „Louisa“ und „Rain Falls„.

Dass Zeraphine durchaus rocken können, beweisen sie hingegen mit Titeln wie „Waiting For The Day To End“ und „The Stream„, bei denen schonmal kräftiger in die Saiten gegriffen wird und auch der Gesang von Sven aggressiver ausfällt. Ein Umstand der dem Album, das insgesamt doch sehr glatt produziert wurde, ein paar Ecken und Kanten verleiht.

Auch wenn „Whiteout“ aus kompositorischer Sicht keine wirklichen Schwachstellen hat, wurde hier zu sehr auf Nummer sicher gegangen, so dass einige Songs nur gefällig dahinplätschern und sich nicht festsetzen können. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens ist „Whiteout“ im Ergebnis ein solides und rundes Werk geworden, das durchaus einige Highlights zu bieten hat.

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