Als Debütant hat man es in der heutigen Musiklandschaft nicht immer leicht aus der Masse neuer Projekte und Veröffentlichungen hervorzustechen. Im Falle von Winter Kills muss man allerdings konstatieren, dass hier ein weltweit erfolgreicher Produzent seine Finger im Spiel hat. Als Teil von Gabriel & Dresden lieferte Josh Gabriel in der vergangenen Dekade einige Hits ab, die nicht nur die Clubs, sondern auch die Charts erobern konnten.

Trotz mehrfacher Auszeichnungen für ihre Arbeiten, trennte sich das Duo 2008. Josh gründete daraufhin sein Label Different Pieces und begann auf Solopfaden zu wandeln. In Meredith Call fand er kurze Zeit später die Stimme für seine Musik und gründete mit ihr Winter Kills. Es folgten zwei Kostproben in Form der beiden Singles „Deep Down“ und „My Friend„, die die Erwartungshaltung hinsichtlich des ersten Longplayers entsprechend nach oben schraubten. Zwei Jahre nach diesen Schmankerln liegt nun endlich das Debütalbum vor und verblüfft mit seinen frischen, tiefgehenden und leicht melancholischen Tracks. Irgendwo zwischen Pop und Dance, hat Josh Gabriel das Soundgerüst geschmiedet und mit Merediths prägnanter Stimme vergoldet.

Den Auftakt bildet das ruhige, leicht schwermütige „Tomorrow„, das zunächst nur spärlich instrumentiert daherkommt und erst durch die Stimme von Meredith Call eine gewisse Seele erhält. Der Übergang zu „Hot As Hades“ erfolgt, wie auch beim Rest des Albums, fliessend. Brummende Synthies glasklare Vocals und catchige Soundspielereien lassen den Track zu einem echten Ohrwurm avancieren.
Etwas knackiger geht es mit „Falling Back“ zur Sache, das sich ebenfalls als absolute Perle entpuppt. Beginnend mit einer trockenen Bassline, baut sich der Song über den Gesang, Synthiesequenzen und einer prägnanten Melodieführung nach und nach auf und findet in den knapp 5 Minuten gleich mehrere Höhepunkte.
Minimalistischer wird es hingegen mit „Sweet Old Sound“ und dem kongenialen „Waiting“ ( Anspieltipp! ).
Für die Clubs finden sich auf dem Debüt gleich zwei extrem gewaltige Tracks. Zum einen wäre da die energetische Vorabsingle „Deep Down“ und zum anderen das leicht poppige „Forward Facing„. Beide Songs sind auf den Punkt produziert und bieten intelligente und absolut hörenswerte Dance Music.

Dass Josh Gabriel was von seinem Handwerk versteht, wird spätestens mit der absolut gelungenen Coverversion von Duran Duran’s „The Chauffeur“ deutlich. Keine wilden Experimente, sondern ein dezentes Soundupdate polieren den Klassiker auf und rauben ihm auch 29 Jahre nach Erscheinen nicht seine intensive und mystische Stimmung.

Ein weniger glückliches Händchen, und das ist tatsächlich der einzige Wermutstropfen, haben Winter Kills mit der Wahl ihrer zweiten Coverversion, dem The Pretenders Hit „I’ll stand by you“, bewiesen. Zwar hätte sich hier ein anderer Song deutlich besser gemacht, letztendlich passt sich die Coverversion musikalisch doch noch irgendwie in das Album ein.

Josh & Meredith ist mit „Winter Kills“ ein intensives, vielschichtiges und mitreißendes Debütalbum gelungen, das einfach nur Spass macht. Kauftipp!

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Kommentare

  1. 4.7.2011 - 23:23 Uhr

    Gerne. Das Album rotiert nach wie vor in meinem Player und ist ganz weit vorne bei mir. :-)

    Enjoy!

  2. kaleid_90
    1
    4.7.2011 - 23:02 Uhr

    Danke für den Tipp. :-)