whomadewho_plot Keine (Wort-)Witze über Dänen hier! Denn denen (ups) gebührt aller Respekt. Mit ihrem neuen Album machen sich WhoMadeWho nach dem selbstbetitelten und international gefeierten Debüt auf zu neuen Sphären und (hoffentlich) Erfolgsebenen.

Ein Bandname, entlehnt von einem alten AC/DC-Album. Eine bunte Mixtur aus Charakteren: Tomas Höffding war früher Garagenrocker, spielt nun Bass und singt, Gitarrist Jeppe Kjellberg hat schon experimentellen Jazz verzapft und Drummer Tomas Barford ist nebenbei noch als Tomboy unterwegs und einer der gefragtesten Elektronikproduzenten und Remixer Nordeuropas. Schon vor dem Debüt erspielten sie sich den Ruf einer fantastischen Liveband, Daft Punk, LCD Soundsystem und Soulwax nahmen sie mit auf Tour, Josh Homme von den Queens Of The Stone Age ist erklärter Fan (und adelt WhoMadeWho gern mit einem Live-Cover). Nach dem ersten Album, das Hits zwischen elektronischem Discorock, Kuhglocke und Funk abwarf, stieg mit der Zeit die Spannung, was denn da wohl folgen würde.

Nun, es folgt ein großer Wurf, das muss man einfach so sagen.

Auf „The Plot“ werden die musikalischen Horizonte erheblich erweitert. Neben Discobeats, Bässen und Gitarren tauchen nun gar (gelegentlich) Blasinstrumente und mehrstimmige Backgroundchöre auf. Die Songs überzeugen sowohl in der Elektro-, als auch in der Rockecke, die (mutmaßlich) verarbeiteten Einflüsse sind vielfältig. Da rutschen beim discopoppigen Opener „TV FriendThe Human League ins Gedächtnis, ähnlich beim elektronischen „Small Town City“, das auch Spuren der Klangcomputer-Urväter Kraftwerk aufweist. Dagegen sind die bereits erwähnten Rock-Großmeister Queens Of The Stone Age bei „Trickster“ und „This Train“ gar nicht fern. Wobei bei Letzterem der Zug nach einem Piano-Geigen-Break plötzlich mit dicken Synthies die Fahrtrichtung wechselt.

Oder man wirft mit dem Titelsong einfach einen klassischen Discohit unter die Glitzerkugel. „Keep Me In My Plane“ wäre mit Gastsänger Erlend Oye, mehr Synthesizern und weniger Funk ein Riesenhit für Röyksopp. Sogar Kastagnetten können einen guten Song tragen, was das ohrwurmige, sich von Melancholie zur Tanznummer steigernde „I Lost My Voice“ beweist. Für die Freunde des direkten zerebralen Drucks ist dagegen „Raveo“ (Nomen est Omen) geeignet.

Doch es gibt auch ein paar ruhige Momente, in denen sich die Songwriterqualitäten der Band zeigen, so beim reduzierten und wunderschön sanften „Ode To Joy“ sowie beim entspannt elektronischen Abschluss „Working After Midnight“.

Diese Platte zeigt viele bunte Gesichter, bietet viel an, nimmt den Hörer mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch die schillernden Facetten der Nacht. Ein musikalischer Reisetipp für alle, nicht nur für Kopenhagener.

(Addison)

P.S. Live hier zu feiern: 20.03. Berlin, 21.03. Köln, 22.03. Heidelberg, 23.03. Wiesbaden, 24.03. München, 25.03. Dresden, 26.03. Leipzig, 27.03. Hamburg.

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http://www.whomadewho.dk
http://www.myspace.com/whomadewhomusic

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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