Aus New York kommen in den letzten Jahren sicher einige der spannendsten (und einige der versponnensten) neuen Platten. Dazu darf man durchaus auch die Musik dieser Weißen Hasen aus Brooklyn zählen, deren zweites Album konsequent Percussions und (klassische) Tasteninstrumente in den Vordergrund stellt.

Ein Sextett ist es, das mit dem Debüt “Fort Nightly” Achtungserfolge erzielte und anschließend zwei Jahre fast pausenlos tourte, u.a. beim Lollapallooza und in Glastonbury auftrat oder Bands wie Spoon (mit denen sie häufiger verglichen werden), The Cribs oder Tokyo Police Club unterstützte. Anschließend bastelte man im Heimstudio über Monate hinweg am Nachfolger und ließ sich dann von Britt Daniel (eben von Spoon) als Produzent unter die Arme greifen.

It’s Frightening” ist nun jene seltene Art von Rockmusik, bei der die Gitarren nur eine Nebenrolle spielen. Als Vergleich seien vielleicht noch die Cold War Kids genannt. Man klopft auf allerlei Gerätschaften herum, zaubert schräge Melodien aus dem Klavier, die oft leicht windschief klingen, dann aber doch auch eine gehörige Prise Pop atmen. Gitarre und Bass unterstützen dabei mannschaftsdienlich aus dem Hintergrund.

Um einen Eindruck zu bekommen, was einen erwartet, braucht man sich nur den Opener “Percussion Gun” (siehe untenstehendes Video) anzuhören. Donnernde Drums, hämmerndes Piano, Handclaps, Chorgeheule – mitreißend! Es geht übrigens noch erheblich seltsamer, wie das ziemlich experimentelle Klangchaos von “Lionesse” beweist. Nun rasen aber längst nicht alle Songs so drauflos, “They Done Wrong/We Done Wrong” bettet z.B. seine schöne (Gitarren-)Melodie eher in mittleres Tempo, ähnliches gelingt “Right Where They Left”(rabenschwarzer Text übrigens). Hier ist auch deutlich zu erkennen, das vielen Stücken eine etwas dunklere Atmosphäre innewohnt. Melancholie ist den Burschen keineswegs ein Fremdwort, sowohl Dur als auch Moll finden Verwendung. Gerade die getragenen, ruhigen Stücke “Company I Keep” und “Midnight And I” überzeugen besonders.

Den White Rabbits ist ein sehr hörenswertes Album mit hohem Wiedererkennungswert gelungen. Das schaffen heute gar nicht so viele Künstler mehr. Hut ab und weiter so!

(Addison)

P.S. Live wird hier getrommelt: 19.02., Köln, Luxor – 20.02., Berlin, Frannz

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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