saints_konkylie

Elektronische Musik zum Hineinverlieben. Denn das machen diese vier Dänen mit dir, wenn du es zulässt. Ein komplexes Album mit ganz vielen Soundschichten, das kaum mit anderem vergleichbar ist, das entdeckt werden möchte und mit ganz wunderbaren Aha-Erlebnissen belohnt.

Vor vier Jahren gründeten Nikolaj Manuel Vonsild, Jonas Kenton, Simon Muschinsky und Silas Moldenhawer When Saints Go Machine. Man startete noch mit klassischem Dance, ließ diese Stufe aber sehr bald hinter sich. Erste Tracks landeten im dänischen Radio, verschafften ihnen nationale Aufmerksamkeit und einen Auftritt beim Roskilde-Festival.

An diesem Debütalbum (also international, die Dänen haben schon eins mehr bekommen) schraubten die vier detailverliebten Frickler nun geduldig zwei Jahre herum. Das hört man auch. Da ist eine Vielfalt an Klängen, die geradezu „Kopfhörer!“ schreit. Kein Sound ist beliebig oder zufällig, alles hat seinen Platz. Und über all den elektronischen Schichten schwebt das Falsetto von Sänger Nikolaj, irgendwo zwischen dem sanften Riesen Antony Hegarty und Talk Talks Mark Hollis.

Nachdem der Titeltrack mit leicht märchenhaften und in ihrer Seltsamkeit fast an Fever Ray oder The Knife erinnernden Tönen gemächlich den Anfangspunkt der Reise markiert hat, haut einen „Church And Law“ aus den Socken. Wenn nämlich nach 45 Sekunden das erste Synthesizerbreak kommt, eine halbe Minute später so etwas wie ein Beat einsetzt und sich alles immer weiter steigert. Einer der Songs des Jahres, schon jetzt.

Die Stücke enden selten mit dem gleichen Rhythmus, mit dem sie angefangen haben, das spricht für sie. Dazu baut man immer wieder geschickt Überraschungsmomente ein, Streicher, Asiatisches, Percussions und mehr. Auf „Chestnut“ jubelt man dem feinen Popsong heimlich ein paar 90er-Sounds unter. „The Same Scissors“ eiert fast Richtung Dubstep, aber nur fast. Dann kommt plötzlich der zweite, große Hit des Albums daher: „Kelly“ ist geradlinig, tanzbar und allerfeinster Elektropop.

Zum Finale geben Sänger und Geräte nochmal alles und landen mit „Add Ends“ einen traumhaft-euphorischen Abschluss eines hochspannenden Trips. Und das ganz ohne Drogen.

(Addison)

P.S. Auf der Facebookseite der Band (s.u.) gibt’s bei Gefallen zwei Songs gratis.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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