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Das Debüt „WHB“ bekam nicht nur von uns viel Lob für seinen feinen Elektropop. Doch schon auf Album Nr. 2 will die Band sich nach eigenem Bekunden nicht nur weiterentwickeln, sondern in neue Richtungen bewegen und zu einem ganz eigenen Stil finden. Mutig, aber auch gewagt. Und von Erfolg gekrönt?

Nochmal zurück zum Debüt: Da hatte das Londoner Trio, bestehend aus dem Ehepaar Dede und Thomas Wegg-Prosser sowie Darren Bancroft, einfach das Beste aus den vorab erfolgreich gestarteten EPs genommen, noch ein bisschen ergänzt und von Altmeister Gareth Jones polieren lassen – heraus kam vielleicht kein allzu kohärentes Album, aber eine ziemlich starke Ansammlung elektronischer Popsongs, die auch jetzt noch Spaß machen (u.a. „Divisive“, „Love What You Doing?“ oder „Oh!“).

Nun wollte man mehr Inhalt, hat sich also mehr Gedanken über die Texte gemacht (weniger schlichte Lyrics, mehr Reflexion), aber auch über den Sound. Zeitlosigkeit sollte ein Ziel sein. Nachdenklich, weniger direkt, tiefgründiger – das kann beim Erstkontakt mit dem Album (gerade, wenn man das Debüt kennt) auch schon mal verschrecken.

Doch wenn man sich darauf einlässt und dem Ganzen ein wenig Zeit gibt, wird das was mit „Ternion“. Wobei man das jetzt auch nicht komplizierter machen sollte, als es ist. Das hier ist immer noch Popmusik und kein Experimentalelectro. Die Stärken schälen sich wieder heraus – der Wechselgesang der Bandmitglieder, die einfallsreichen Synthesizersounds.

Und, wenn auch weniger offensichtlich, es gibt auch wieder Hitpotential. Neben dem frühen Doppelschlag aus dem von tribal-ähnlichen Beats (das „echte“ Schlagzeug ist auch eine der Neuerungen) angetriebenen „After All“ und der poppigen Single „Where Are Your People?“ springt einem da sicher das offensive „Steel In The Groove“ entgegen.

Doch auf lange Sicht ziehen hier womöglich andere Stücke vorbei, wie das entspannte „Visionary“ (mit Bläsern!), das – wieder einmal – den Verweis auf New Order erlaubt oder das milde „What’s Mine, What’s Yours“. Beim intensiven und songwriterisch mit am stärksten herausragenden „Tired Of Running“ erkennt man deutlich die Handschrift von Foals-Produzent Luke Smith, bei „Watertight“ duellieren sich die Stimmen effektvoll und am Ende wird man ganz atmosphärisch aus dem Album geschubst.

Wie gesagt, ein mutiger Nachfolger zum eingängigen Debüt. Aber einer mit dem Potential, eine hohe Halbwertszeit zu entwickeln. Empfehlung!

P.S. Live: 13.03. Köln, 14.03. Leipzig, 15.03. München, 16.03. Frankfurt, 17.03. Berlin, 18.03. Hamburg


We Have Band – Where Are Your People? (Official… von naiverecords

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We Have Band – Visionary by naiverecords

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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