Underworld - Oblivion With Bells Fünf Jahre hat es gedauert, bis Karl Hyde und Rick Smith ihr neues Album fertig hatten. Natürlich waren sie nicht untätig zwischendurch, es gab eine Best Of, zwei Soundtracks – zu „Breaking And Entering“ und vor allem zu Danny Boyles großartigem „Sunshine„. Ach ja, Danny Boyle. Dessen großer Wurf „Trainspotting“ brachte Underworld damals, 1995, nach ganz oben. Der Hit zur Toilettenszene. „Born Slippy„. Jeder wollte nur noch „Lager, Lager, Lager“.

Doch zwischen all dem Rave und Tanzradau haben Underworld schon immer viel chillige Sounds produziert, was auch auf „Oblivion With Bells“ deutlich zu erkennen ist. Viele Flächen und Ambient-Sounds und eher ruhige Beats überwiegen, man wiegt sich eher im Rhythmus anstatt durchzudrehen und seine Glieder um sich zu schleudern.

Das kann mitunter zu gepflegter Langeweile führen, was tatsächlich auch auf einige Stücke hier zutrifft. Doch immer taucht rechtzeitig ein interessanter Sound auf, um die Aufmerksamkeit wieder zu wecken (z.B. in „Glam Bucket“ oder „Faxed Invitation„). Oder gleich ein ganzer Track voller elektronischer Meisterklasse, wie das achtminütige „Beautiful Burnout„, das zunächst gefällig vor sich hin pluckert, dann aber fantastische Synthie- und Drumsounds auffährt, die einen richtig mitreißen. Anspieltipp! Dann gibt es sogar richtige Songs hier: „Ring Road“ bietet Drums (sehr gut) und Sprechgesang im Stile von The Streets (allerdings nicht ganz so gut), richtig gelungen hingegen ist „Boy, Boy, Boy„, fast schon Britpop mit Maschinensounds.

Insgesamt ist Underworld so ein hörenswertes Album mit einigen Highlights, aber auch mit ein paar Durchhängern gelungen. Hoffen wir, dass die gesundheitlichen Probleme (vermutlich eine schwere Lungenentzündung bei Rick), die zur aktuellen Tourabsage geführt haben, behoben werden und Band und Menge bald wieder zusammen feiern können.

(Addison)

„Underworld – Oblivion With Bells“ bestellen bei:

bestellen bei amazon

www.underworldlive.com

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

Zur Startseite

Der Kommentarbereich ist zurzeit geschlossen.