theglam_escapism Okay, Bandname und Albumtitel strotzen nicht gerade vor Originalität. Das „Styling“ der Band übrigens auch nicht. Doch sind wir nicht hier, um über Oberflächliches zu reden. Unsere Mission ist die Musik. Und die ist – wider Erwarten – gar nicht schlecht.

Also: Drei junge Männer aus Hamburg, Frederic, Phil und Julien. Ein hiterprobter Produzent, Franz Plasa. Dann sogar noch die Querverbindung zu „unserer“ Band: Gemixt hat dieses Debütalbum Dave Bascombe. Und Music For The Masses zu machen, ist zweifellos das Ziel des ehrgeizigen Projektes.

Um Glamrock geht es dabei mitnichten. Dazu Sänger, Gitarrist und Songwriter Frederic: „Der Name ist sowohl augenzwinkernd, als auch nicht ganz wörtlich zu verstehen. Es geht uns nicht um ein Revival der großen Zeit des Glamrock. Es geht uns vielmehr um eine Transformation der Stilistik, der Mode und des ganzen Lifestyles in die Moderne. Denn ja: Es gibt einen modernen Glam, der sich seiner Wurzeln bewusst ist, gleichzeitig aber für etwas Zukunftsgerichtetes steht. Insofern ist ‚Glam’ für uns vor allem eine Möglichkeit zu beschreiben, was und wie wir leben und Kunst machen.“

Puh, viele Worte. Doch geben wir den Fischen endlich Butter und nennen die wahren Bezugspunkte: U2. The Killers. Coldplay. In diese Bereiche und damit in die großen Arenen drängen sie, die klingenden Gitarren, die saftige Produktion, die sehnsuchtsvollen Refrains. Ganz wichtig dabei: Das Songwriting. Und hier können The Glam tatsächlich punkten. Eine ganze Menge der Songs würden auch ohne das soundtechnische Brimborium bestehen.

Hervorzuheben sind dabei sicherlich das mit 100-Prozent-The-Edge-Gitarren glänzende „Well-Lighted Places“, die an Escobar erinnernde Vorabsingle „All The Universe“, das sich gewitzt bei The Cures „Lullaby“ bedienende „Walking Ghost“ oder der schlicht gelungene Song „This Week At War“.

Was wird der Musikwelt bleiben von The Glam? Das lässt sich bislang nicht abschließend beurteilen. Es fehlt noch an der nötigen Eigenständigkeit, um nachhaltig im Gedächtnis behalten zu werden. Doch die guten Ansätze und das musikalische Talent sind da. Fans der oben genannten Bands (und Nicht-Diabetiker) dürfen gerne probehören.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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