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Was wäre gewesen, wenn Michael Jackson noch am Leben, künstlerisch relevant und an modernen Strömungen wie Dubstep interessiert wäre? Kann man nicht wissen – aber das, was The Weeknd fabriziert, kommt solchen Fantasien womöglich ziemlich nahe. Inklusive leicht größenwahninnigen Albenumfangs.

Okay, Letzteres müssen wir relativieren. Der junge Mann aus Toronto, Abel Tesfaye mit echtem Namen, hat im letzten Jahr mit mehreren sogenannten Mixtapes (gratis) das halbe Internet und die musikalischen Meinungsmacher angefixt. Eine Stimme wie der King of Pop, dazu spukige Düsterelektronik mit schleppenden Beats und drogen- und sexbesessene Texte, die den Sticker „Explicit Lyrics“ endlich mal wieder rechtfertigen.

Nachdem nun alle auf den Trend aufgesprungen sind, erscheinen jene Tapes namens „House Of Balloons“, „Thursday“ und „Echoes Of Silence“ nun gemeinsam in einer hübschen und angemessen schwarzen Box als „Trilogy“, neu abgemischt und um ein paar neue Tracks ergänzt. Womit wir hier nun einen Brocken mit 30 Songs auf gut 160 (!) Minuten Länge vorzuliegen haben.

Und obwohl R’n’B und eben Michael Jackson nicht unbedingt Steckenpferde des Rezensenten sind, ist er von diesem Sound hier – man denke Sounds von Könnern wie James Blake oder Jamie Woon sowie einen Spritzer Burial dazu – sehr angetan. Da knurpst die Elektronik mit tiefen Bässen durch die Abgründe, ab und zu kämpft sich mal eine Gitarre durchs Klangdickicht und obendrüber lässt Tesfaye seine finsteren Lyrics ab, unter fantasievoller Verwendung zahlreicher Samples von Siouxsie & the Banshees (im fabelhaften „House Of Balloons“/Glass Table Girls“), Beach House (u.a. in „The Party & The After Party„), Cocteau Twins (in „The Knowing“), Martina Topley-Bird (in „The Birds, Pt. 2“) oder France Gall (in „Montreal“).

Neben den genannten Stücken empfehlen wir zum Probehören unbedingt noch diese hier: „High For This“, „Wicked Games“, „Lonely Star“, „Thursday“, „X.O./The Host“, „Till Dawn (Here Comes The Sun)“ und natürlich die herrliche Coverversion von „Dirty Diana“ („D.D.“). Und natürlich grundsätzlich das ganze Album. Ganz weit vorn.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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