Für so einen tollen Namen muss man eine Band ja schon mal grundsätzlich ein bisschen lieb haben. Aber keine Sorge, die Musik kann da mithalten. Hätten Arcade Fire nicht in diesem Jahr selbst ein großartiges Album veröffentlicht, man hätte dieses hier sehr gut für die Wartezeit nehmen können. Oder auch länger.

Mit einem Minialbum namens „Forward March!“ fielen die Fünf von der Südküste Englands erstmals auf, unter anderem auch dem Produzenten Dave Allen (der u.a. auch schon für/mit The Cure und Depeche Mode arbeitete). Der gewährte der Rasselbande offensichtlich eine Menge Narrenfreiheit, denn das Debüt lässt eine gewaltige orchestrale Wucht auf den Hörer los.

Wobei eine andere gewichtige Rolle wohl auch die Heimat der Band gespielt hat – Portsmouth und das Seebad Southsea – und vor allem die Nähe zum Meer, die sich in vielen Texten und generell in der Atmosphäre des Albums widerspiegelt. Die Liebe zum Songwriting von Bands wie The Cure oder The Smiths, ein Faible für komplexe Arrangements, gern üppig mit Streichern und Bläsern angereichert, all das findet sich wieder.

Und wenn „Rising Sea“ nicht der schönste Arcade-Fire-Song ist, der nicht von den genialen Kanadiern selbst stammt, dann weiß ich auch nicht. Dazu kommt der sehr intensive Gesang von Adam Woolway, der mitunter ein wenig an David Byrne erinnert und von schönen Backgroundchören unterstützt wird. Ach ja, und Melodien natürlich, warme, gefühlvolle Melodien.

So verfällt man den Songs mit jedem Hören mehr, dem (bevor der Chor losbricht) ein wenig an die frühen Editors erinnernden „Flickering Lights“, dem sehnsüchtigen „Lighthouse“, dem maritimen „Autumn“, dem optimistisch klingenden „Shadows“ oder dem Schlachtruf „Come On You Young Philosophers!“.

Eine prächtige, stimmungsvolles Platte, die in anglophilen Menschen Fernweh entzündet (Hach, Südengland!) und musikalisch ein großes Versprechen in die Zukunft ist.

(Addison)

P.S. Live: 09.11. Hamburg – 10.11. Köln – 11.11. Stuttgart

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Dentaku
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    10.11.2010 - 2:36 Uhr

    Wieder einmal ein toller Tipp von dir Thomas zu einer jungen Band die unsere Aufmerksamkeit verdient hat.

    Vielen Dank dafür

    Dentaku