The Sounds sind seit fast einem Jahrzehnt nahezu pausenlos auf Tour. Genau dort sammeln sie auch ihre meisten Fans, live auf der Bühne, wo das energiegeladene Gemisch aus Synthesizerpower und Gitarren (plus unbändiger Blickfang am Mikrofon) am besten zündet. Auf Tonkonserve gestaltet sich das mitunter etwas schwieriger.

Die fünf Schweden um Maja Ivarsson, die immerblonde Frontfrau, der bei den Konzerten stets mehr als nur die Jungs in den ersten drei Reihen verfallen, haben ihr mittlerweile viertes Studioalbum in kompletter Eigenregie aufgenommen. Die Entwicklung, die schon auf dem Vorgänger „Crossing The Rubicon“ zu erkennen war, hat sich darauf fortgesetzt. Die kantigen, punkigen Elemente, die auch mal an die frühe Blondie erinnerten, sind bis auf die eine oder andere dazwischen bratzende Gitarre verschwunden, man hat sich ganz dem ultra-eingängigen Pop verschrieben und nun eindeutig die Elektronik in den Vordergrund geschoben.

Das klingt doch nicht schlecht, mag man meinen, zumal wir ja hier sowieso Elektronerds sind. Aber: Auf Albumlänge ist das Ganze mitunter ganz schön platt und zu konturlos geraten. Was allerdings bei The Sounds keine gänzlich neue Erkenntnis ist. Auch, dass einige Songs definitiv zu cheesy sind, um noch als gelungen durchzugehen. Beispiel: Der bis zum Gehtnichtmehr totwiederholte Refrain von „The No No Song“ ist schon ein wenig schauderhaft, auch „Diana“ ist grenzwertig, wobei da die Eingängigkeit nicht zu leugnen ist. Dieses Mal sind auch ein paar Stücke zu viel einfach nur belanglos.

Besser klappt es bei den richtig elektronischen Teilen. Der Opener „It’s So Easy“ krawallt gut los mit seinen Bollerbeats, auch „Dance With The Devil“ ist ähnlich gestrickt. Beim Titelsong funktioniert der Gute-Laune-Pop dann mal sehr gut. Das beste Stück des Albums ist aber „Better Off Dead“, und zwar vor allem ab der Mitte, wo ein tolles elektronisches Instrumentalbreak den Song erst so richtig zünden lässt.

Insgesamt also eine eher durchwachsene Scheibe mit ein paar Höhe- und so einigen Tiefpunkten. Aber live werden The Sounds garantiert weiterhin komplett begeistern, versprochen.

(Addison)

P.S. The Sounds live: 10.06. Rostock, 11.06. Münster, 12.06. Würzburg, 13.06. Nova Rock, 14.06. Leipzig, 18./19.06. Hurricane/Southside, 14.08. Zofingen, 15.08. Eschwege

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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