Ein analoges Tonbandgerät auf einem schlichten grauen Untergrund ziert das Cover des neuen The Rorschach Garden Albums „42 Times Around The Sun„. So simpel das Cover gehalten ist, so minimalistisch-elektronisch meldet sich das ostwestfälische Projekt auch auf seinem neuesten Sprössling zurück.

Mit satten sechs Alben in gerade einmal sechs Jahren legt Mastermind Philipp Münch eine erstaunlich hohe Schlagzahl an den Tag, die man heutzutage eigentlich gar nicht mehr vorfindet. Dabei sah es Ende der 90er Jahre eher mau aus beim Rorschach Garden. Nach einer fünfjährigen Auszeit meldete sich der Bielefelder im Jahr 2002 mit „The Irony Of Progress“ zurück. Das Album erschien seinerzeit lediglich als CD-r und bildete das Fundament für die ab 2004 jährlich erscheinenden Longplayer. Mit diesen verzückte The Rorschach Garden regelmäßig die analoge Synthie-Gemeinde, wobei es anfangs noch deutlich experimenteller zur Sache ging.

Auf „42 Times Around The Sun“ wird erneut kräftig aus allen verfügbaren Oszillatoren, Moogs und Emulatoren gefeuert, wobei es natürlich gewohnt minimalistisch bleibt. Zwar schreitet Philipp Münch auch dieses Mal wieder deutlich poppiger als auf den ersten Werken zur Tat, bietet aber auch 13 erfrischende Songs, die irgendwo zwischen Retro-Chic und Synthiepop ihren ganz eigenen Kosmos formen.
Los geht es mit dem treibenden „Automatic„, das Erinnerungen an DAF aufkommen lässt. Auch sonst scheint der Schatten einflussreicher Electro-Bands über einzelnen Songs zu liegen, was die Gesamtleistung allerdings rein gar nicht mindert. Da wären zum Beispiel „Unusal Romance„, das in seiner naiven wie verspielten Art an ‚Puppets‘ von Depeche Mode erinnert, oder aber „(In Search Of) The Amber Room„, das durch seine spartanische Instrumentierung den Geist von Kraftwerk versprüht.

Dass The Rorschach Garden sich durchaus auch an angesagten Bands wie z.B. Destroid und Covenant orientieren, wird wiederum mit erstklassigen Nummern wie „Rejection“ und „All My Friends Turned Into Plastic“ deutlich hörbar. Straight, tanzbar und absolut auf den Punkt produziert gehen diese beiden Songs direkt ins Ohr. Trotz dieser vereinzelten Ausflüge in die moderne Clublandschaft, dominieren in der Summe letztendlich doch die minimalistisch-analogen Keys das Gesamtbild.

42 Times Around The Sun“ ist ein grundsolides Album geworden, auf dem sich The Rorschach Garden wieder von der starken Seite zeigt.

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