Wie schrieben wir nach Hören der „Summertime EP“ dieser jungen Band? „Alle sieben Stücke (…) haben (…) ohrwurmartige Singlequalitäten und lassen die Erwartungen ans (…) Debütalbum gewaltig nach oben schnellen!“ Tja, die Erwartungen werden erfüllt, auch auf Albumlänge ist eine melodieselige Platte für den sonnigen Sommer gelungen.

Klar, der Hype ist wieder mal groß. Nach dem unwiderstehlichen Mitpfeif-Hit „Let’s Go Surfing“ sprangen alle auf, BBC, NME, MFG… was unweigerlich irgendwann (neidbedingte?) Gegenbewegungen auslöst. Ein eigentlich sympathisches Musikmagazin verstieg sich letztens gar zu einer genervten Hasstirade auf die Band. Aber was kann das amerikanische Quartett – dem neben der eingängigen Musik auch ein ziemlich gutes Aussehen zugute kommt – dafür, dass so viele sie toll finden? Hätten sie etwa lieber weniger poppige Mitsinglieder schreiben sollen? Nö!

Dabei ist das Ganze musikalisch durchaus eigenständig. Unbeschwerter Pop, der nach Swinging London in den Sixties (oder gar nach Surfer-Pop der 50er) klingt, verknüpft mit britischem New Wave der späten 70er und frühen 80er, ein bisschen Joy Division und einer ordentlichen Prise The Smiths – das haben so noch nicht viele zusammengebracht. Wenn man hinter die fröhlichen Lieder und die vermeintlich schlichten Texte blickt, lassen sich auch durchaus ernsthafte und meist recht melancholische Themen finden.

Die Inspiration scheint ihnen auch noch nicht ausgegangen zu sein. Von der hochklassigen EP haben es nur der erwähnte Hit und das wunderschön dramatische „Down By The Water“ aufs Album geschafft, und die übrigen zehn Stücke halten diese Klasse nahezu durchgehend. Dazu ein konsequent reduziertes Soundgewand – trockener Bass, stoische Drums, liebliche Synthesizermelodien – einfach, aber ungemein effektiv.

So besteht also die „Gefahr“, dass man demnächst weitere Lieder von The Drums nicht mehr aus dem Ohr bekommt – egal, ob sie nun „Book Of Stories“, „Forever And Ever Amen“ oder „The Future“ heißen. Schlimm ist das nicht, oder?

(Addison)

P.S. The Drums live: 15.08. Hamburg (Dockville Festival) – 17.08. München – 19.08. Salzburg (Frequency Festival) – 20.08. Highfield Festival

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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