boxer_union Die Krise der Musikindustrie. Bücher könnte man damit füllen. Junge Band veröffentlicht Debütalbum auf durchaus namhaftem Musiklabel, Album wird von Fans und Kritikern gelobt, Durchbruch steht bevor. Label geht pleite, keiner nimmt die Band unter Vertrag. Ende der Band. Ende der Band? Nein, hier setzt die (möglicherweise doch noch) Erfolgsgeschichte von The Boxer Rebellion ein. Zumindest digital.

Warum sich eine britische Band nach einem Aufstand benennt, der vor über 100 Jahren zu einem Krieg in China führte, das lassen wir mal unerklärt. Die vier Londoner veröffentlichten 2005 ihr, wie erwähnt, weithin geschätztes Debüt „Exits“. Doch der Durchbruch gelang leider nur dem Blinddarm von Sänger Nathan Nicholson, was wichtige Supportauftritte (für Razorlight und The Killers) zunichte machte. Nachdem man keine Plattenfirma mehr hatte, entschloss man sich zu konsequent eigenen Schritten und veröffentlichte Anfang dieses Jahres den Nachfolger nur digital. Und plötzlich hieß es in den iTunes-Charts: Top 5 in den UK und gar in den USA! Nun, lange danach, erscheint das Ganze dann doch noch physisch.

Hm, und beim Anhören dieses Albums und mit Blick auf die Erfolge der klar vergleichbaren Bands fragt man sich: Sind die Plattenfirmen doof, solches Potential nicht früher zu erkennen? „Union“ ist kein kleines Independent-Nischenalbum, nein, hier ist eine Band für größere Arenen bestimmt. Wir zählen mal auf: U2, Coldplay, frühe Radiohead, frühe Editors. Weit die Arme ausbreitende Hymnen, breit schwelgende Gitarrenwände und eine die Herzen zum Schmelzen bringende Stimme – alles reichlich vorhanden. Zum großen Wurf in den Kritiker-Bestenlisten fehlt es vielleicht ein wenig an Eigenständigkeit, das hat aber die Charts noch nie gestört.

Also erfreuen wir uns an ohrenschmeichelnden Songperlen wie „Flashing Red Light Means Go“ (einfach schön), „Evacuate“ (mitreißend), „Spitting Fire“ (kurz und gut) „Misplaced“ (episch) oder „Forces“ (dynamisch) und harren gespannt der weiteren Entwicklung dieser Geschichte.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Max Graf
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    29.11.2009 - 15:30 Uhr

    Naja, hört sich gut von U2 geklaut an – also wirklich nix besonderes….wem’s gefällt soll zugreifen….