Sie nennen es „Organic Dance Music“ und treffen es damit selbst recht gut. Vier Schweden liefern ein eingängiges Debüt ab, das dem weiten Bereich elektronischer Popmusik zwischen Miike Snow und Digitalism ein weiteres Mitglied hinzufügt.

Das hier ist zwar ein Debüt, aber die vier Herren haben schon einige Erfahrung, was Songwriting und Studioarbeit angeht. Man arbeitete mit so unterschiedlichen Künstlern wie Kelis, Madonna, oder Grandmaster Flash (wer die alte Legende noch kennt) zusammen und das kann man „The Amplifetes“ auch anmerken. Der Sound ist satt und auf den Punkt produziert. Dabei wurde das Album auf neuzeitliche Weise aufgenommen, d.h. man traf sich mehr virtuell als in real, die musikalischen Ergüsse wurden größtenteils übers Internet ausgetauscht.

Vom dramaturgischen Aufbau hat man sich fürs Mit-der-Tür-ins-Haus-Fallen entschieden und legt nach dem kurzen Intro gleich mit einigen sehr direkt ins Ohr gehenden Stücken los. „It’s My Life“ weist einige Verwandtschaft mit den Hamburgern von Digitalism auf. Knarzt gut elektronisch, hat Druck dahinter. Den nächsten Song hat Besuchern einer großen Kinokette mit zwei x hintendran der Dauereinsatz in der Werbung eines unleckeren Eisherstellers womöglich schon verdorben. Dabei ist das fuzzige „Whizz Kid“ eigentlich eine echt schöne Single.

Auch die folgenden Stücke, insbesondere das feine „Somebody New“, zünden rasch, wogegen in der Mitte zwei eher redundante Schleicher den Fluss ein wenig ausbremsen. Doch zum Glück ziehen dann Tempo und Klasse wieder an, es gibt u.a. gelungene House-Referenzen und Robotersounds in „When The Music Died“ und das ganz ausgezeichnet groovende „Fokker“, bevor es zum Ende hin wieder etwas geruhsamer zugeht.

Die Schweden erfinden die Musik ja eher selten neu – auch hier nicht. Aber die Schweden können oft ziemlich viel und wissen etwas damit anzufangen – so auch hier. Eine Elektro-Pop-Scheibe, die gut ist. Punkt.

(Addison)

P.S. Live am 22.11. in Berlin und am 23.11. in München.

The Amplifetes – Somebody New from THE AMPLIFETES on Vimeo.

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www.theamplifetes.com
www.myspace.com/theamplifetes

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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