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Als man vor ein paar Monaten die ersten Takte von „The Brothel“ hörte – und dann den ganzen, wunderbaren Song dazu – notierte man sich sofort den Namen dieser Künstlerin. Nun verzaubert das dazugehörige Album die Welt und, glaubt uns, etwas Vergleichbares habt ihr selten oder noch nie gehört! Eine Sensation!

Kurz noch einmal zur Vorgeschichte: Susanne Sundfør ist in Norwegen schon ein paar Jahre erfolgreich, hat dort den renommierten Spellemannprisen gewonnen und war Gewinnerin eines Förderpreises, den keine Geringeren als a-ha ausgelobt hatten, welche sie auch mittlerweile auf Tour unterstützen durfte. Nun endlich veröffentlicht die 25-jährige erstmals ein Album (nicht ihr Debüt) in Resteuropa.

So viel vorab, nun hinein ins Bordell! Wobei das eher metaphorisch zu betrachten ist, bei einem Album, das inhaltlich auf recht düsteren, mystischen Pfaden wandert. Starke Frauen, Heilige, Mittelalter, Fantasy – eine Beschäftigung mit den poetischen Texten lohnt sich auf jeden Fall. Doch mit der Verarbeitung der musikalischen Aspekte ist man auch schon reichlich beschäftigt.

So eröffnet der Titelsong, der ja bereits eine sehr ungewöhnliche Singleauswahl darstellte, mit ruhigen Rhodes-Klängen, über die sich alsbald die starke Stimme der Sängerin erhebt. Eine markante Stimme, die eine gewaltige Bandbreite beherrscht, diese Kraft aber nie zum Selbstzweck einsetzt, sondern immer in den Dienst des jeweiligen Songs stellt. Nachdem sich das vom legendären Intro zu Twin Peaks beeinflusste Stück in seinem sechsminütigen Verlauf immer weiter gesteigert hat (Produzent Lars Horntveth stellt der Elektronik in den passenden Momenten Streicher zur Seite), ist man schon mächtig beeindruckt.

Apropos Elektronik: Die ist hier überall reichlich und vielseitig vertreten. Bereits im zweiten Song „Lilith“ wird das Tempo ordentlich angezogen und Sundfør zeigt ihre aggressivere Seite. Jener folgt als starker Kontrast „Black Widow“, das fast klassisch wirkt und seinen ebenfalls kaum positiv zu deutenden Text unter einer fast lieblichen Oberfläche versteckt. Ins Netz gelockt!

Mit „It’s All Gone Tomorrow“ gibt es dann wieder ein langes Stück – und eines der zentralen auf dem Album. Nach einer Minute klassischen Intros setzen plötzlich abgehackte Beats ein, und ein wilder Ritt zwischen den Stilen stürmt los. Bis sich alles in einem umwerfenden und von schwebenden Synthesizern getragenen Refrain entlädt. In „Knight Of Noir“ geht es dann wieder getragener und sehr gefühlvoll ans Herz, wobei erneut innerhalb des Songs eine Entwicklung stattfindet, von markanten Percussions vorangetrieben.

Doch da sind wir schon beim nächsten Schlüsselstück angelangt: „Turkish Delight“ startet mit einer Klaviermelodie zum Niederknien, Instrumente und Elektronik gesellen sich dazu, orientalische Elemente werden aufgegriffen und mit Breakbeats gekontert. Alles in einem Song, der hintenheraus noch mal richtig Gas gibt. Mit „As I Walked Out One Evening“ folgt zur Beruhigung ein Instrumental, das übrigens möglicherweise gar nicht so schlecht auf Depeche Modes „Exciter“ gepasst hätte.

Bei so einem Album darf kein Stück aus der Betrachtung ausgeklammert werden, also geht es mit „O Master“ weiter, dem ersten Song des Albums, den die Norwegerin fertig gestellt hatte. Düster und mit einem industriellen Beat als Kontrapunkt zum träumerischen Klavier. Anschließend führt uns „Lullaby“ noch einmal in die Irre. Kein Cure-Cover und auch sonst eher kein Schlaflied, stattdessen hören wir hier ein fast schon geradliniges, tanzbares Stück Elektropop.

Zum Finale gibt es mit „Father Father“ noch eine religiös angehauchte Hymne, die einen würdigen Abschluss zu einem Album bildet, das mit kaum einem anderen derzeit vergleichbar scheint. Großartig und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Jahren noch relevant. Einstweilen unser Album des Monats Juni (und bestimmt auch eines der Alben des Jahres)!

(Addison)

P.S. Susanne Sundfør ist Anfang Juni als Support von Herbert Grönemeyer unterwegs: 01.06. Hamburg, 04.06. Hannover, 05.06. Berlin.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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8
Kommentare

  1. rockgegner
    8
    5.6.2011 - 22:18 Uhr

    oh nein, sind das die neuen, wie heißen die nochmanl, ach ja kelly family.das da der administrator bei jedem kritischen kommentar nachbeißt ist ja klar. open jour mind sagt der administrator. dazu sag ich nur: oh wei, oh wei und ganz furchtbar.

  2. 31.5.2011 - 20:15 Uhr

    Neues hoffnungstalent genau wie Vic Anselmo, beide 25 Jahre jung-)!!

  3. Mindmachine
    6
    31.5.2011 - 18:06 Uhr

    Eine ABSOLUT geiles Album !

  4. 30.5.2011 - 6:57 Uhr

    äh,war gar nicht gemeint, habs zweigedeutet verstanden! G

  5. 30.5.2011 - 6:51 Uhr

    hab verstanden sven, kein problem! VG

  6. 29.5.2011 - 16:54 Uhr

    Lieber Demo,

    auf depechemode.de widmen wir uns seit vielen Jahren auch Musik, die nicht von Depeche Mode kommt und verlassen dabei auch gerne einmal eingefahrene Genres. Wir sind uns sicher, dass Du bei uns früher oder später auf interessante Künstler stoßen wirst, die Du bis dahin nicht kanntest. Open your mind :-)

    VG, Sven

  7. 27.5.2011 - 19:35 Uhr

    sie hat riesen potenzial!

  8. demo
    1
    27.5.2011 - 16:19 Uhr

    was hat das jetzt mit DM zu tun?