Das ist wieder eines dieser Alben, die Klangwelten entstehen lassen, in die man sich hineinlegen möchte. Vielschichtig, undurchschaubar, eigentlich schwer zu beschreiben (aber einer muss es ja machen). Irgendwo zwischen Radiohead, Björk und Portishead muss da noch eine Gletscherspalte frei gewesen sein.

In die diese Herren aus Leeds mit ihrem zweiten Album hineinstoßen und dem Hörer einiges abverlangen – wofür jener, der geduldig bleibt und sich darauf einlässt, aber reich belohnt wird. Schon der Opener „Curtain Call“ gibt einen Vorgeschmack. Langsam entwickelt sich auf über sechs Minuten eine Soundwelt, von brummelnden Bässen über harmlose Gitarren bis hin zu Lärmausbrüchen. So traut sich nicht jeder, ein Album zu beginnen.

Doch danach geht es gleich ganz anders weiter. Kürzer, prägnanter, aber immer noch eigenwillig. Die Single „Ariel“ kreuzt orientalische Elemente mit tief hämmernden Elektrobässen. „Miles To Go“ lässt einen danach mit seinen atmosphärischen Sounds und entspanntem Groove erst mal runterkommen, bevor die wilde Reise weiter geht.

Auf der man noch von der mächtigen Hymne „Assassinations“ überrollt, auf „Song For The Outsider“ vom Kraftwerk-erprobten Balanescu Quartet überrascht und mit „I Shall Not Complain“ opulent aus dem Album geblasen wird.

Zu eingangs erwähnten Referenzen sollten mindestens noch Archive und UNKLE ergänzt werden, und wenn man das dann alles zusammen betrachtet, stellt man fest, dass sich hier ein ganz spezielles Soundgebräu entwickelt hat. Nicht staaten-, sondern grenzenlos. Und gut.

(Addison)

P.S. Hier gibt es einen freien Download und einen Album-Miniplayer.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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