Sono Live Der Magnet-Club ist wohl eine der besten Konzertlocations in der Hauptstadt. Zahlreiche internationale (Indie-)Top-Acts haben in diesem kuschelig-kleinen und äußerst stimmungsvollen Ambiente ihre zum Teil ersten Deutschland-Konzerte gegeben. Heute sind Sono mal wieder hier und die Jungs um Lennart A. Salomon können sich noch sehr gut an ihren letzten Auftritt hier erinnern.

Der schmale Schlauch vor der Bühne füllt sich immer mehr, die geschmackvoll ausgewählte Aufwärmmusik wirkt langsam. Kurz bevor das Warten zur Qual wird, geht das Licht aus, ein Knall ertönt (Der Autor fischt sich und seiner Begleitung den Großteil des Feuerwerks aus den Haaren, Angriff auf die Presse!) und die drei Hamburger entern die Bühne. Während Florian Sikorski und Martin Weiland hinter ihren beeindruckenden Elektrotürmen Aufstellung beziehen, gehört der vordere Bühnenteil Rampensau Lennart, mal mit, mal ohne Gitarre.

Los geht’s mit zwei flotten Stücken vom starken aktuellen Album „Panoramic View“ – dem eingängigen „The Brightest Star“ und der Single „All Those City Lights“. Die Stimmung ist bereits bestens, der Sound laut, dynamisch und wieder einmal überraschend (für so einen kleinen Club) kristallklar. Es folgt einer der älteren Hits, „2000 Guns“, die Menge geht jetzt richtig gut ab und Lennart hat sichtlich Spaß, wie man auch an der Ansage zum anschließenden „Someday“ merkt, in der er grinsend auf die unverkennbaren The-Cure-Klänge (deren Verwendung auch ehrlich bezahlt wurde) hinweist.

Danach wird etwas verschnauft, eine Ballade eingeschoben, immer wieder Smalltalk betrieben, bevor bei „Dangerous“ ordentlich die Gitarrensaiten bearbeitet werden. Gleich danach als Kontrast eines der elektronischen Highlights: „Always Something Missing“ (Single! Bitte!) groovt ordentlich dahin und haut einen mit einem rein elektronischen Instrumentalpart/-ende aus den Socken. In der Folge gibt es zunächst weiterhin überwiegend neue Stücke, bevor gegen Ende des regulären Sets der alte Gassenhauer „Blame“ den Tanzfaktor bis an die Grenzen der Extase treibt. Natürlich (wie der verwöhnte Fan das kennt und schätzt), wie bei vielen anderen Songs, live in einer anderen Fassung als auf Platte. Nach „A New Cage“ ist erst mal Schluss. Doch klar, es dauert nicht lange, da werden die Forderungen nach Zugabe erhört und es gibt noch je einen Song von den drei Sono-Alben, darunter selbstverständlich den anderen großen Hit, „Keep Control“. Dann ist Schluss, nein, eine zweite Zugabe wird vehement gewünscht und mit dem starken „Whatever“ tatsächlich gewährt.

Nach 97 abwechslungs- und temporeichen sowie nicht zuletzt äußerst unterhaltsamen Minuten (Wie ging eigentlich die Episode mit dem jungen Herren aus der ersten Reihe aus? Der hatte beim Hamburg-Konzert Setlist und Plektren geklaut, war dabei aber dummerweise von den örtlichen Kameras gefilmt worden. Wurde nun von Lennart sofort hämisch grinsend wiedererkannt und während des Konzerts mehrfach zu diversen Runden Jägermeister aufgefordert. Nur eine der herrlichen Anekdoten des Abends.) war es das nun aber endgültig, eine strahlende Band verabschiedet sich und Berlin darf sich als gerockt betrachten.

Die Setlist:
1. The Brightest Star
2. All Those City Lights
3. 2000 Guns
4. Someday
5. Miles Away
6. Dangerous
7. Always Something Missing
8. Too Many Madmen
9. Open The Door
10. Carry On
11. Stuck In The Middle
12. Your Favourite Place
13. Blame 14. A New Cage

15. Dear Body
16. Technicolor Dreamgirl
17. Keep Control

18. Whatever

(Addison)

P.S. Wer Sono live erleben möchte, es gibt noch weitere Tourdaten:
18.01. Essen – Zeche Carl
19.01. Leipzig – Moritzbastei
26.01. Bremen – Ting Club
01.02. Werdau – Linde Club
02.02. Gera – Unique
08.03. Berlin – Tresor
03.05. Görlitz – Kulturbrauerei.

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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