Siouxsie - Mantaray Die Frau ist eine Legende in so verschiedenen Szenen wie Punk, New Wave und Gothic. Mit ihrer Band Siouxsie & The Banshees war sie bereits 1976 aktiv, es gab Charthits von 1978 bis 1992 und mit „Nocturne“ mindestens einen Albumklassiker der Musikgeschichte. Dazwischen und danach war sie auch noch mit den Creatures aktiv. Nun ist die große Dame, die bürgerlich auf den Namen Susan Dallion hört, solo unterwegs und legt mit „Mantaray“ ein gespannt erwartetes Stück Musik vor.

Und die Befürchtungen, dass hier jemand auf seine nicht mehr ganz jungen Tage ausgelutschten Gothic-Rock hinschludert, erweisen sich als völlig unbegründet. Im Gegenteil: Das, nun ja, tatsächlich, Solodebüt von Siouxsie schlägt alles, was sie in den letzten ca. 15 Jahren veröffentlicht hat, um Längen. Natürlich ist da zunächst diese markante Stimme, die Gefühl, Kraft und Energie im Übermaß transportiert und eine beeindruckende Bandbreite abdeckt. Wie auch die Musik, die geschickt zwischen dynamischen Popnummern, gefühlvollen Balladen und pompöser Kinomusik balanciert. Was hier aber außerdem auf der Habenseite punktet, sind einfach gute Songs.

Mit den ersten beiden Stücken „Into A Swan“ und „About To Happen“ geht es sehr rockig los, aber schon hier vernimmt das Ohr erfreut elektronische Spielereien, die den Hintergrund zieren. Doch der erste wirkliche Höhepunkt folgt danach mit „Here Comes The Day„, einem Stück, das als Titelsong eines Bond-Films eine prima Figur machen würde. Auch „Loveless“ bietet viel Atmosphäre und ein gelungen eingebundenes Xylophon. „If It Doesn’t Kill You“ fährt dann großes Balladenkino auf, bevor „One Mile Below“ die Tribal-Drums aus dem Keller lässt und das spukig-jazzige „Drone Zone“ gar Bläser hervorzaubert. Ähnlich verspielt und vielseitig im Einsatz von Stilmitteln bleiben „Sea Of Tranquility“ (Dramatik, Streicher, Piano) und „They Follow You“ (erst Pop, später Rock), bevor das klavierbetonte „Heaven And Alchemy“ zum Schluss noch einmal die Gesangskunst in den Vordergrund stellt.

Fazit: Ein unerwarteter, sehr vielseitiger Volltreffer von einer ganz großen Künstlerin.

(Addison)

Siouxsie live:

30.10. München – Backstage
31.10. Berlin – Huxley’s
03.11. Köln – Live Music Hall

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www.siouxsiemantaray.com

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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