smd_pleasure Das hyperaktive Electro-Duo hat sein zweites Album fertig gestellt. Und ist nun dabei, mit Hilfe zahlreicher namhafter Gäste eine knallbunte Ansammlung tanzbarer Popsterne auf die Tanzfläche loszulassen.

Es war einmal eine britische Indieband namens Simian. Die veröffentlichte zwei gute Alben und feierte durchaus kleine Erfolge damit. Dann kamen die Franzosen von Justice daher, remixten die Simian-Single „Never Be Alone“ (von „We Are Your Friends“), das Ding gingen durch die Decke und aus keinem Club mehr raus. Da das klassische Bandkonstrukt James Ford und Jas Shaw ohnehin nicht mehr so richtig gefiel, machten sie ihre Nebentätigkeit als DJs und deren Namen zum Hauptjob (neben zahlreichen Remixaufträgen quer durch die Pop-, Electro- und Indieszene).

So bollerten dann die New-Rave-Beats von Hits wie „It’s The Beat“ oder „Hustler“ vom Vorgänger „Attack Decay Sustain Release“ vor zwei Jahren durch die Clubs und die SMD war in aller Ohr. Was hat der Nachfolger nun zu bieten?

Nun, beiden Alben gemein ist die Stärke, dynamische und zum Tanzen geradezu zwingende Tempokracher aneinanderzureihen. Beide zeigen sicher auch die Schwäche, kein wirklich in sich geschlossenes Album darzustellen. Sondern eben mehr eine Mischung aus Clubhits. Doch „Temporary Pleasure“ unterscheidet sich durchaus von „ADSR“. Auf dem neuen Album herrscht weniger Techno, mehr Pop, weniger Technotronic, mehr Chemical Brothers. Und die zahlreichen Gastsänger (immerhin auf sieben der zehn Stücke) geben nahezu jedem Song seinen eigenen Stil.

Die Gäste also: Gruff Rhys, umtriebiger Sänger von den Super Furry Animals, hat seine Vorliebe für cheesy 80er-Sounds bereits mit seinem Nebenprojekt Neon Neon unterstrichen. Auch hier gerät „Cream Dream“, der Beitrag des Walisers, sehr, nun ja, cremig. Um den Zuckerguss aus den Ohren zu bekommen, braucht man einen stärkeren Ohrwurm. Perfekt geeignet ist die Single „Audacity Of Huge“, ein herrlicher Electropophit (mit Chris Keating von Yeasayer). Auch die anderen Gäste glänzen – Beth Ditto (derzeit mit Gossip äußerst erfolgreich) leiht dem Groove von „Cruel Intentions“ ihre grandiose Stimme, Jamie Lidell ergänzt die Dancehymne „Off The Map“ um eine gehörige Portion Soul, Alexis Taylor schiebt das verträumte „Bad Blood“ unverkennbar Richtung Hot Chip, ähnlich entspannt ist der Abschluss „Pinball“ mit den Telepathe-Damen.

Clever dazwischen platziert sind die drei Instrumentalstücke des Albums, „10.000 Horses Can’t Be Wrong“, „Synthesise“ und „Ambulance“, die mit ihren aktuellen Sounds zeigen, dass SMD auch für ihre DJ-Sets gefeiert werden.

Ein höchst abwechslungsreiches Album, das auf jeden Fall ein „Temporary Pleasure“ bereitet. Wie lange das Vergnügen haltbar ist, wird man sehen. Ist aber jetzt egal, denn: „Das Allerschönste, was Füße tun können, ist tanzen.“

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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