4:0. Wir mögen Australien. Nein, ist ja auch so ein schönes Land. Welches musikalisch schon so einiges hervorgebracht hat. Unter anderem Sia, die mit ihrem vierten Album nun auch uns Europäer erobern will. Was mit dieser frischen und poppigen Mixtur durchaus gelingen könnte.

Wie gesagt, dies ist bereits das vierte Soloalbum von Sia Furler aus Adelaide, die man hierzulande jedoch fast eher als (gelegentliche) Stimme von Zero 7 kennen mag. Solo war die Songwriterin bisher eher mit zurückhaltenden Stücken aufgefallen – am bekanntesten wohl das wunderschöne „Breathe Me“, das bereits in zahlreichen Filmen und Serien Verwendung fand. Nun hat Sia sich mit Profiproduzent Greg Kurstin (u.a. Lily Allen und Kylie Minogue) und Strokes-Gitarrist Nick Valensi (und weiteren Helferlein) zusammengetan und ein überraschend flottes, fröhlich klingendes Popalbum aufgenommen.

We Are Born“ weist so einige Singlekandidaten auf. Die Vorabsingle „Clap Your Hands“ gibt den Rhythmus vor – eingängige Melodie, tanzbar, radiotauglich ohne zu nerven. Und das ist längst nicht der stärkste Song. „This Fight“ hat eine Prise Rock, einen guten Beat und sogar die Kinderstimmen passen hier mal. „Stop Trying“ deutet auf wertvolle Vorbilder in den 80ern hin (Robert Smith dürfte jedenfalls ein paar Elemente des Songs wiedererkennen). „You’ve Changed“ hätte bestens in die 00er-Jahre Indie-Disco gepasst.

Das waren nur die ersten vier Stücke, die 13 Songs bewegen sich aber fast durchgehend auf hohem Niveau. Sia kann es auch soulig („Be Good To Me“), (etwas) punkig oder 80er-romantisch („Cloud“). Zum Schluss wagt sie sich gar an ein Madonna-Cover, was ihr mit dem – im Original schon recht betagten – „Oh Father“ würdevoll gelingt.

Es ist also immer noch machbar, Musik zu erschaffen, die im Radio laufen kann, ohne dass der geschmackvolle Hörer schreiend wegrennen muss. Und gerade im Sommer macht dieses Album echt Freude.

(Addison)

P.S. Sia live: 10.10. Hamburg, 11.10. Berlin, 12.10. München, 13.10. Stuttgart

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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