strike100 Im Jahre 1997 war es, da erfüllten Marco Haas (aka T.Raumschmiere) und Freunde sich den Traum vom eigenen Label. Von da an gab es eine neue Quelle für geschmackvolle, Hirn und Körper fordernde, elektronische Musik zwischen Minimalismus, Knarz und knallenden Beats. Nun, fast 12 Jahre später feiern sie ihre 100. Veröffentlichung mit einem schicken Sampler auf Doppel-CD (oder, je nach Geschmack, Triple-Vinyl).

Die eigenen Acts sind natürlich am Start, aber auch zahlreiche Freunde und Bekannte ließen sich nicht lange bitten und steuerten zum Teil exklusive, oft sogar völlig neue Stücke bei.

Den Reigen eröffnet natürlich der Meister selbst, T.Raumschmiere sagt „Lass knattern“, überrascht dann jedoch mit einem Ambient Track, der die Stimmung für einen wunderbar entspannten Sampler setzt. Es folgt Apparat, der „I Heard The Lonesome Whistle Blow“ von niemand Geringerem als Johnny Cash in sanft fließende Elektronik bettet.

Wie gesagt, es geht überwiegend slow zu, dafür herrscht viel Atmosphäre, passend zum Märchenwald des Covers. Höhepunkte der ersten Hälfte sind das chillige „Outside On A Cold Day“ von Felix, „Delirium“, der nagelneue Vorbote des kommenden Bierbeben-Albums (klingende Keyboardflächen und weiblicher Gesang), das knisternde „Bo-Peep“ von Judith Juillerat. Dazu gibt es exklusive Beiträge von The Orb (lange mit dem Label befreundet) und Warren Suicide (wir erinnern nochmals an deren letztjähriges Albumhighlight), Letztere steuern ein kunstvoll vor sich hin schepperndes Instrumental mit schrägem Cello bei.

Die zweite CD startet dann mit richtigem Gesang von Schauspielerin und Sängerin Julia Hummer, unterlegt durch Elektronik von Pluramon. Anschließend geht es aber wieder mehr instrumental und ähnlich entspannt wie zuvor weiter, bevor bei Soap & Skin nochmals eine Dame singt, die derzeit in vielen Musikgazetten gefeierte Anja Plaschg aus Österreich (gerade 20 und ein faszinierend düsteres Debütalbum). Danach regiert bis zum Ende die elektronische Ruhe – letzte Ausnahme ist der etwas flotter shuffelnde Track von Fenin -, feine Klicks hier, zarte Bleeps dort, stets hervorragend umgesetzt (z.B. von Shrubbn!! oder Anders Ilar).

Ein erstaunlich entspannter Sampler von einem immer interessanten Label. Das Schlusswort gehört daher dem Labelmotto: Special musick for special people!

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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