shearwater_oxbowDer Rezensent hatte Shearwater bislang im Gedächtnis immer als „ganz ordentliche Indierock-Band“ abgelegt. Diese Einschätzung ist nach dem Genuss des zehnten Albums der Band um Jonathan Meiburg streckenweise zu revidieren, so schön wie da zum Teil die Synthies dazwischenfahren. UPDATE: Und obendrein könnt ihr auch noch etwas gewinnen!

Jonathan Meiburg gründete Shearwater – die sich aufgrund wechselnder Besetzungen ansonsten wohl eher als Künstlerkollektiv sehen – Ende des letzten Jahrtausends (wie das immer klingt…) in Austin, Texas, um neben der Hauptband Okkervil River auch andere Sachen auszuprobieren. Mittlerweile ist er dort nicht mehr aktiv, sondern, wenn er nicht gerade ornithologische Studien in irgendwelchen Regenwäldern betreibt, hauptsächlich mit Shearwater unterwegs.

Auf „Jet Plane And Oxbow“ wird er nun (neben Produzent Danny Reisch) insbesondere von Brian Reitzell unterstützt, sonst vor allem für Soundtracks von großartigen Filmen wie „The Virgin Suicides“ oder „Lost In Translation“ zuständig. Das gibt den Songs neben exzellenten Percussions hier und da eine cineastische Ebene, die ihnen bestimmt nicht schadet. Inhaltlich geht es ohnehin oft recht ernsthaft zu, Umweltzerstörung und weitere Sünden der modernen Menschheit werden thematisiert.

Und dann wäre da eben noch die verstärkte Elektronik. Der Opener „Prime“ beginnt gleich mit so einem entspannt perlenden 80er-Jahre-Synthesizer, zu dem sich dann Meiburgs druckvoller Gesang gesellt. Doch gleich danach kommt der ganz große Wurf – das ultra-eingängige „Quiet Americans“ ist einer der besten Songs des, zugegeben, noch jungen Jahres.

Natürlich bleiben die Rockwurzeln erkennbar, es gibt auch klassische (Indie-)Rockmusik auf dieser Platte, das ist ja noch längst kein Synthiepop. Da sind dann auch echt wunderbare Feger dazwischen, man höre nur das herrliche „Radio Silence“. Aber der vielschichtige Sound profitiert eindeutig von der verstärkten Elektrifizierung, das ist auch in mal geradlinig, mal um die Ecke nach vorn preschenden Songs wie „A Long Time Away“ oder „Filaments“ zu spüren. Und in den wenigen ruhigeren Momenten, wie auf „Backchannels“ oder dem finalen „Stray Light At Clouds Hill“, darf Meiburgs Stimme besonders glänzen.

Neben starkem Songwriting und feiner Produktion ist bei diesem Album auch so eine bestimmte Atmosphäre Trumpf. Es kommen nämlich schöne Erinnerungen an Peter Gabriel, Talk Talk und David Bowie – jeweils zu ihrer Zeit in den frühen 80er Jahren – auf, und das ist doch wirklich eine schöne Sache.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10


V E R L O S U N G

Wir verlosen dieses schöne Album zweimal auf CD.

Um zu gewinnen, beantwortet einfach die unten stehende Frage und schreibt uns eine Mail mit Eurem Namen und dem Betreff “Shearwater” an contest@depechemode.de.

Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein. Teilnahmeschluss ist der 29.02.2016. Mit der Teilnahme erkennt ihr unsere Teilnahmebedingungen an.

Frage: Wie oben geschrieben, gründete Jonathan Meiburg Shearwater zunächst als Seitenprojekt von Okkervil River. Wer war der Mitbegründer, der (damals) ebenfalls in beiden Bands spielte?

Die Gewinner werden durch uns zeitnah benachrichtigt. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Wir wünschen Euch viel Glück!

Jetzt Shearwater – Jet Plane And Oxbow bei Amazon bestellen/herunterladen

P.S. Shearwater live:
10.02.2016 Berlin – Frannz Club
12.02.2016 Hamburg – Molotow

www.shearwatermusic.com
www.facebook.com/ShearwaterBand

Letzte Aktualisierung: 9.2.2016 (c) depechemode.de

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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