Glasgow ist ja bekannt für seine lebendige Musikszene (und all die tollen Pubs erst!). Der Großteil spielt sich zwar eher im Rockbereich ab, aber mittlerweile gibt es auch so einiges an elektronischer Musik. Zum Beispiel Sei A, der hier ein sehr schönes Album im Bereich des intelligenten Techno vorlegt.

Sei A (gesprochen: Say A) heißt eigentlich Andy Graham (und ist auch noch als Droido unterwegs), „White Rainbow“ ist nach dem 2008er Debüt „Editing Shadows“, das auch bei Größen wie DJ Hell oder Laurent Garnier lobende Erwähnung fand, und diversen Veröffentlichungen auf Mixen, Maxis und 12“ sowie Produzententätigkeiten sein zweites Album.

Graham beherrscht geradlinige Tracks mit ordentlich Power für die Tanzflächen der Clubs ebenso wie atmosphärisch verschlungenere Stücke. Was dabei besonders gut gelingt, ist der Fluss des Albums. Da werden nicht am Anfang die geradlinigen Hits verheizt und anschließend wird aufgefüllt, wie das so viele machen. Nein, eher im Gegenteil, Sei A achtet auf Konsistenz, setzt auch mal ein kurzes Interlude dazwischen, wo es passt – was sogar dazu führt, dass die großen Highlights eher im hinteren Teil versteckt sind.

Solcherart durchdachter Techno – und Techno ist das hier allemal, daran lassen die Beats und Sounds keinen Zweifel – rechtfertigt Vergleiche mit Künstlern wie Underworld oder Trentemøller (jeweils in ihren früheren Entwicklungsstadien). Auch Graham versieht einzelne Stücke mit zurückhaltenden Vocals, die sich perfekt ins Klangbild einfügen, wie der zweite Track „Sweet Lies“ sehr schön zeigt.

Die Tracks können sicher im Club aufgelegt werden (wie das geradeaus stampfende „Little One Song“), funktionieren aber oft eher auf der After Hour oder gar der heimischen Couch. Da kann man das lässig schleichende „Flylo“ gleich noch mehr genießen. In sämtlichen Locations dürfte „Out Of Reason“ funktionieren, einer der erwähnten Höhepunkte in der zweiten Albumhälfte. Schwirrende Synthiesounds, ein saftiger Beat und dazu fast schon melodiöser Elektropop. Der andere Hit folgt dann kurz vor dem Ende, heißt „Body Of Eyes“ und wäre perfekt geeignet für laserunterstützte Tanzflächenbeschallung, z.B. unter den schönen Baggern von Ferropolis.

Ja, zum Melt! würde er sehr gut passen, der Sound von „White Rainbow“. Vielleicht nächstes Jahr? So lange erfreuen wir uns an einem feinen Technoalbum.

(Addison)

Sei A – Out Of Reason – Turbo Recordings by Sei A

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www.myspace.com/andyseinan

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. 3.12.2010 - 12:16 Uhr

    Moin Addison,
    hab hier vor ca. 2 Wochen was von Twistgrave bekommen….

    http://www.youtube.com/user/PlayingDevotee?feature=mhum#p/f/5/2UpKwn_jKoI
    Gruß