rotersand_randomWer hätte vor sechs Jahren gedacht, dass Rotersand mit ihrem Sound so einschlagen würden? Spielten Rasc, Gun und Krischan anfangs noch auf kleineren Festivals vor wenigen dutzend Leuten, sind sie mittlerweile ein gefragter Liveact und momentan als Support von VNV Nation unterwegs. Mit „Random Is Resistance“ legen die Jungs nun ihr fünftes Album vor und auch dieses Mal schaffen sie es locker, die durchweg hohe Qualität der bisherigen Veröffentlichungen zu halten.

Mit „War On Error“ haben Rotersand Ende August nicht nur ihre Fans ‚geflasht‘, sondern auch einen ihrer kernigsten Songs überhaupt als Single veröffentlicht. Kantig, hart aber dennoch von der notwendigen Eingängigkeit geprägt, schaffte „War On Error“ schnell den Sprung in die DJ Setlisten und die gleichnamige EP enterte die DAC-Charts.
Darüber hinaus befanden sich auf der EP als Bonus drei pulsierende Clubtracks vom neuen Album, die, wenn auch in leicht veränderten Versionen vorliegend, die Erwartungen an „Random Is Resistance“ weit nach oben schraubten.

Dabei überrascht der neue Silberling zu Beginn mit dem akustischen Opener „Yes, We Care„, bei dem Rasc lediglich von einer Gitarre begleitet wird. Zugegeben, beim ersten Hören wirkt der Song schon etwas befremdlich, fügt sich aber nach einigen Durchläufen wirklich gut in den Kontext des Albums ein.
Mit dem bereits bekannten „Bastards Screaming“ geht es dann allerdings gleich in die Vollen. Wummernde Bässe, schräge Sounds und ein kongenialer Refrain verfehlen nach wie vor nicht ihre mitreißende Wirkung. Ähnlich geartet sind auch „If You Don’t Stop It…„, das ein wenig an The Prodigy erinnert, und „A Number And A Name„, das leider etwas uninspiriert wirkt, was vorwiegend an dem ausgenudelten ‚Vor-und-Zurück-Beat‘ liegt. Insgesamt ist dies allerdings der einzige ‚Schwachpunkt‘ auf dem Album.

Demgegenüber stehen wiederum Songs wie „Waiting To Be Born“ oder „Beneath The Stars„. Beide Tracks sind auf ihre Art geradezu typisch für Rotersand. Während „Waiting To Be Born“ noch ein gutes Stück weiter in Richtung Trance tendiert und dabei etwas an die alten VNV Nation erinnert, ist „Beneath The Stars“ ein 1A Electropop Song geworden.
Mit „Speak To Me“ wird es dann wieder etwas sperriger. Wuchtige Basslines und krachende Soundgewitter prägen den Anfang des Songs, bevor wieder harmonische Klangteppiche in den Vordergrund treten.

Und dann gibt es da noch diese ’speziellen‘ Momente auf der CD. Zum einen ist da „First Time“ und zum anderen „We Kill Them All„.
Der eine Song birgt zwei Gesichter, mit dem anderen gibt es eine elektronische Ballade par excellence. Während „We Kill Them All“ lässig von oszillierenden Synthies und analogen Bässen geprägt durch die Boxen flirrt, verwandelt sich „First Time“ von einer balladesken Akustiknummer in einen peitschenden Clubtrack, wie man ihn schon länger nicht mehr von Rotersand gehört hat. Großes Kino!

Ähnlich ruhig wie das Album begonnen hat klingt es dann mit dem eher poppigen „A Million Worlds To Lose“ aus und hinterlässt ein sehr wohliges Gefühl beim Hörer, das direkt zum Drücken der Playtaste verführt…

Rotersand beweisen mit „Random Is Resistance“ erneut, dass sie Meister der elektronischen Finesse sind und liefern ein weiteres Opus ab. Kauftipp!

P.s.: Die limitierte Erstauflage kommt im schicken Digipack mit dickem Beiheft. Schnell sein lohnt sich hier!

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Kommentare

  1. grudge
    1
    1.11.2009 - 17:45 Uhr

    Der Lobhudelei kann ich leider nicht beipflichten. Wer die Vorab EP hat, erwartete aufgrund der Tiefe und Düsternis der Versionen etwas ganz Besonderes, aber die Albumversionen schaffen es in unglaublicher Konsequenz „vertranct“ und „ver-oberflächlicht“ zu werden. Es ist auch nicht besonders orginell pratkisch jeden Song, so orginell er z.T anfängt am Schluss in ein gähnend langweiligen , clubtauglichen Trance zu „versauen“. So werden die meisten Songs leider auf die Dauer fürs Wohnzimmer unerhörbar, eine Qualität die Rotersand mit einigen Ausnahmen eigentlich immer ausgezeichnet hat.