softmoon_deeperDie waren doch mal Vorband von Depeche Mode, oder? Genau! Und jetzt wird es düster hier. Dunkel brodelnder Wave-Nihilismus, metallisches Geschepper, verzerrte Sounds – im Nebel zwischen Joy Division und Cold Cave ist noch Platz für The Soft Moon.

Da hat Luis Vasquez seine in der heimischen Bude in Oakland gegründete Band (wobei, Band ist fast irreführend, denn eigentlich macht der Mann fast alles alleine) hintertückisch benannt. Denn soft ist hier nicht viel, daran haben auch die Aufnahmen im schönen Venedig nichts geändert.

Wobei, wenn die Gondeln Trauer tragen, kommt schon auch dort mal ein morbider Zwerg vorbei, wie der Kenner weiß. Und man nahm (mit Produzent Maurizio Baggio) ja auch in den Hate Studios auf, das passt wie der Bass, der hier grummelnd in die Magengrube fährt.

Nach einem kurzen Intro wird mit „Black“ (zu dem es hier übrigens einen schicken Trentemøller-Remix gibt) frühzeitig die Stimmung festgelegt. Dunkel pumpt es, die Nine Inch Nails sind nicht weit. Doch Vazquez hat auch immer ein Gespür für die eingängige Melodie, was das im Erbe von Ian Curtis & Co. stehende „Far“ eindrucksvoll zeigt. Im Anschluss schleppt sich „Wasting“ durch die dunkleren Momente von The Cure (das feine Video dazu seht ihr unten), bevor „Wrong“ in Nitzer Ebb’sche EBM-Sphären drängt.

Ganz schön viel Referenzenbingo im letzten Absatz, aber es sollte verdeutlicht werden, dass The Soft Moon sich zwischen großen Künstlern bewegen – und das gekonnt, durchaus abwechslungsreich und stets auch mit eigenem Stil. Und die Qualität verflacht auch im weiteren Albumverlauf keineswegs, vom markanten Post-Punk-Basslauf in „Try“ über knackige Beats in „Desertion“ bis zum atmosphärischen Abschluss „Being“, das sich von recht melodiösem Beginn über zunehmendes Geschrei zum fiesen Fiepfinale steigert. Aua. Herrlich!

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. Kurzentschlossene können The Soft Moon hier noch live erleben: 22.05. Köln, 23.05. Mannheim (Maifeld Derby), 24.05. Dortmund (Way Back When Festival)

www.thesoftmoon.com
www.facebook.com/thesoftmoon

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. 22.5.2015 - 15:12 Uhr

    Tolles Album. Hab sie dann auch live in Berlin gesehen. Super Konzert welches demnächst bei Electronic Beats zu sehen sein wird.