pentatones_ouroborosWir hätten hier mal unbedingt noch eine Musikempfehlung nachzureichen – die Pentatones. Fans der Hundreds (und da lesen ja hier einige mit, wie wir wissen) sollten da mal ein Ohr riskieren. Und Anhänger intelligenten Electropops grundsätzlich sowieso.

Die Pentatones – das sind Sängerin Delhia de France und ihre Band (Julian Hetzel, Hannes Waldschütz und Albrecht Ziepert), Lebens- und Arbeitsschwerpunkt Leipzig, Einschläge bis nach Berlin und Amsterdam, die sich mal eben drei Jahre Zeit für dieses zweite Album genommen haben. Hat sich aber gelohnt, und man hätte sich vielleicht auch gar nicht unbedingt das Albumcover ins Gesicht tätowieren lassen müssen um Aufmerksamkeit zu erzeugen (hat aber trotzdem geklappt). Die Musik spricht doch für sich.

Die Band, insbesondere Sängerin Delhia, hat zwischenzeitlich bei diversen Kollaborationen (mit Robag Wruhme, Steve Bug, Douglas Greed, Tim Exile u.a.) Erfahrungen gesammelt und vor allem einen definitiven Coup mit der Wahl des Produzenten für „Ouroboros“ gelandet. Denn der mittlerweile von Berlin nach L.A. exilierte Robot Koch (Robot’s Don’t Sleep, Hurts, Marteria, Casper) weiß, wie man einen Beat korrekt zu Ende schnurpst.

Wir erwähnten eingangs die Hundreds. Die Ähnlichkeit lässt sich vielleicht bei den ersten beiden Stücken des Albums – dem dramatischen „Overfed“ und der perkussiven Single „The Beast“ – nur erahnen, mit dem stark elektronischen klingelnden „State Of Drift“ und später mit weiteren Tracks wird es aber unverkennbar. Aber da der Rezensent die Hundreds für die vielleicht größte deutsche Entdeckung der letzten Jahre hält, ist das durchaus Grund zur Freude.

Denn die Pentatones besitzen ja trotzdem genügend Eigenständigkeit. Und beherrschen das Spiel aus minimalistischen Phasen und eingängigen Refrains. Zwischen melancholischen Pianoparts und wuchtigem Druck aus den Maschinen. Man nehme als Hörbeispiel das glänzend elektronisch arrangierte „Call It Out“ oder das wunderschöne „Ghosts“. Oder man genießt den New-Wave-Refrain von „Freewheel“, das Trip-Hoppige in „Again After Again“ und „Pleiades“ und den Tanzauskreiser „Karma Game“.

Kurzum: Die Wege zur Aufmerksamkeit sind schwierig heutzutage und oft fragwürdig – aber wenn diese Band längerfristig Erfolg haben sollte, dann hoffentlich dank ihrer Musik. Denn die ist es wert.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. Die aktuellen Tourdaten:
30.05. Alter Güterbahnhof (Zughafen), Erfurt
31.05. Stadtpark, Ilmenau
11.07. Atelier Bizarre / Römerkastell, Saarbrücken
12.07. Theaterformen Festival, Hannover
16.07. Taktstelle / SO36, Berlin
14.08. Brückenfestival, Nürnberg

www.pentatones.de
www.facebook.com/pentatones

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. rockstar
    1
    28.4.2015 - 20:16 Uhr

    Tolles Album.
    Als ich gelesen hab, dass das Album was für Hundreds Freunde is, hab ich zugeschlagen.
    Danke für den Tipp…sehr abwechslungsreich und schöne Melodien. Ich bin begeistert!!!