ALTERNATIVE_LIGHT_SOURCE_PACK_SHOT_klLegenden der 90er-Elektronik kehren zurück, Teil 1. 20 Jahre nach dem legendären Debüt „Leftism“ und immerhin 16 Jahre nach dem zweiten Album kommt jetzt urplötzlich ein drittes Album von Leftfield. Wer hätte das gedacht? Und wer hätte geeahnt, dass das auch gleich noch so gut werden würde?

Bereits 1989 gründeten Neil Barnes und Paul Daley Leftfield. Mit ihren schweren, dubgeschwängerten, britischen Techno markierenden und Trip Hop mitbestimmenden Sounds setzten sie Maßstäbe und mit dem immer noch frisch klingenden „Leftism“ ein Denkmal. Packt doch mal wieder „Open Up“, „Original“, „Release The Pressure“ oder (vom zweiten Album) „Africa Shox“ in eure Playlist!

Oder aber gleich diverse Tracks von „Alternative Light Source“. Denn das Comeback, das Barnes mittlerweile allein bestreitet (im Studio von Adam Wren verstärkt), ist ganz hervorragend gelungen. Da werden keine käsigen Oldschool-Sounds aufgewärmt, nein, Leftfield klingen wie Leftfield, aber trotzdem nach dem Jahr 2015.

Man durfte es bereits mit dem vorab veröffentlichten „Universal Everything“ hoffen. Ein Siebenminüter, der wuchtig vor sich hin stampft und auch von jener anderen großen Band stammen könnte, bei der wir die Review zum neuesten Werk genau wie oben (nur eben mit Teil 2 betitelt) einleiten werden: The Chemical Brothers. Ein perfektes einleitendes Doppel mit diesem Track ergibt „Bad Radio“, bei dem Tunde Adebimpe von TV On The Radio unter den dicken Synthesizern hinwegsingt.

Ja, der Herr Barnes weiß auch immer noch, wo er die richtigen Kollaborationen herbekommt. Weiterhin gastiert am Mikro nämlich Channy Leaneagh von Polica, die zum schwungvollen „Bilocation“ sowie zum schrägen Housepop von „Little Fish“ ein paar verdrehte Vocals beisteuert. Und Jason Williamson von den Sleaford Mods – den derzeit wohl beliebtesten Anti-Establishment-Punks – darf über das coole Bassmonster „Head And Shoulders“ ein paar Nuscheleien zum Thema „Dandruff Warriors“ (Schuppenkrieger? WTF?) vom Stapel lassen.

Aber auch bei den instrumentalen Stücken passt alles. Ob es das atmosphärische „Dark Matters“ ist oder das von dicken Beats durchtränkte „Shaker Obsession“. Und ganz zum Schluss kann man mit der Stimme von Ofei noch eine Neuentdeckung machen, der das würdige Finale „Levitate For You“ mit Seele füllt. Würdevoll wie dieses ganze Comeback.

Die depechemode.de-Wertung:
9 / 10

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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