Das leichte Electropop-Album für den Sommer

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Man könnte bei diesem Album leicht einem Etikettenschwindel aufsitzen. Eine wilde Sache ist „Wild Things“ nicht. Muss auch nicht sein. Vielmehr ist das dritte Album von Phillipa Brown alias Ladyhawke eine Ansammlung wirklich schöner Songs zwischen gepflegtem Elektropop und träumerischem Indie. Es ist braver als das Debüt „Ladyhawke“ mit den Mini-Hits „Paris Is Burning“ und „Delirium“ und dessen Nachfolger „Anxiety“. Das ist allerdings als Qualitätsmerkmal zu verstehen. Die Melodien sind jedesmal zwingend, die Synthies perlen blubbernd aus den Boxen, der Gesang der 36-jährigen Neuseeländerin ist herrlich distanziert und melancholisch. Pip scheint reifer geworden zu sein.

Schon der Beginn des Albums überzeugt. „A Love Song“ ist eine elektronische Pop-Perle, „The River“ koppelt direkt an den Indie-Zug des Album-Vorgängers „Anxiety“ an, während der Titeltrack „Wild Things“ wieder als unwiderstehlicher Synthie-Song daher kommt. Überhaupt ist es schier unmöglich, Album-Highlights herauszupicken. Ladyhawke hält zusammen mit ihrem Partner fürs Songwriting und Produzieren, Tommy English, durchgehend ein erstaunlich hohes Niveau. Man kann sich gar nicht dagegen wehren, jeden Titel nach dem zweiten Refrain mitzupfeifen. Diese Eingängigkeit gelingt ganz Wenigen.

Wem Chvrches oder Little Boots wohlige Schauer über den Rücken jagen, ist mit „Wild Things“ von Ladyhawke bestens bedient. Eines der besten Pop-Alben dieses Sommers.

„Wild Things“ als CD bei Amazon:
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„Wild Things“ als Vinyl bei Amazon:
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 Henning Kleine
Henning (Jahrgang 1976) arbeitet als TV-Journalist in Hamburg. Er ist Synthie-Pop Liebhaber und großer Fan der Pet Shop Boys.

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Kommentar

  1. 28.8.2016 - 21:21 Uhr

    Schwäche -Stärke

    Ich hatte mir von der Scheibe mehr versprochen. Browns Gesang hat sich verändert. Gerade ihr Understatement, die Gabe mit distanzierten Gesang plötzlich groß aufzutrumpfen, finde ich hier zu selten. Die meisten Songs sind mir zu stromlinienförmig und poppig. Gute Laune auf ‚Teufel komm raus‘. Gerade der etwas dunklere Grundton und damit auch die Coolness ist ihr abhanden gekommen. ‚Let It Roll‘ oder ‚Chips‘ sind rühmliche Ausnahmen, aber mehr als maximal vier bis fünf Songs werden in meiner Playlist nicht hängen bleiben.