imnotaband_oceansEnde 2012 hatten wir dieses Berliner Electropop-Duo mit seinem zweiten Album vorgestellt. Seitdem ist viel passiert, auch in der Besetzung der (Nicht-)Band. Kann das neue Album trotzdem überzeugen? Und was ist mit der Geige?

Ja, da wundert man sich schon, dass einem aus dem Booklet zwei Männerköpfe ernst entgegen schauen. Bestanden I’m Not A Band nicht auf „Band Band“ noch aus Weiblein und Männlein, nämlich Kassandra Papak und Stephan Jung? Doch, taten sie. Aber Kassandra (die ja ihrerseits bereits eine Vorgängerin ersetzte) ist leider nicht mehr dabei. Man schied in Frieden, und an einem der neuen Tracks hat sie sogar noch mitgeschrieben.

Der neue Mann heißt Simon Ortmeyer, und der übernimmt mit seiner warmen Stimme auch gleich die Rolle des neuen Frontsängers. Und wer beim Debüt das seltene (und im Falle dieser Band auch mal wirklich gelungene) Zusammenwirken von Electropop und Geigenspiel mochte, darf aufatmen – dieses Mittel findet weiterhin Anwendung, ja es ist sogar noch organischer im Gesamtsound integriert worden.

Während Bandleader Jung also die Mitglieder auswechselt, bleibt er in einem konstant bzw. entwickelt sich immer weiter: Ein Händchen für eingängige Popsongs hat er nämlich ganz eindeutig. Diverse Kollegen kommen beim Hören in den Sinn: von den leider zu früh verblichenen The Dance Inc. über Bodi Bill bis zum chartfreundlichen Pop von Alle Farben. Über allem stehen der (Electro-)Pop und die Tanzbarkeit, meist gut ins Ohr gehend, nur ab und zu, wie in „Ocean Heart“, wird es mal etwas kratziger. In „Cages“ gibt es Houseelemente und in „Harbour Me“ oder „Lion“ werden melancholische Momente mit den trotzdem flotten Beats verknüpft. Auf „Easy“ überraschen Balkanklänge und im zweiteiligen „Into Something New“ klackern die Synthies mutig gegen die Geige an.

Apropos mutig: Man bezieht auch sehr eindeutig Stellung, in „Colours“ nämlich, mit einfachen und klaren Worten für Flüchtlinge und gegen Rassismus (Jung ist auch im Verein Hellersdorf hilft e.V. engagiert). Ob Pegida und vergleichbare Idioten so etwas mitbekommen, ist fraglich, aber jede Stimme hilft. Gutes Album, gute Band.

Die depechemode.de-Wertung:
7 / 10

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P.S. Die (verbliebenen) Tourdaten:
21.03. Bremen
28.03. Groß Gerungs (A)
24.04. Haldensleben
25.04. Plauen
22.-25.05. Open Ohr Festival, Mainz
13.06. Die Macht der Nacht Festival, Kronach
01.08. Rocken am Brocken Festival, Elend bei Sorge

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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