Well done, Gentlemen!

FFS_Cover_2400- 72 dpiDas klingt ja mal nach ’ner echten Whiskyidee. Eine Kollaboration der (Synthie-)Artpop-Legenden Sparks, von denen man schon länger nichts mehr gehört hat, mit den (wir zitieren uns mal ausnahmsweise selbst, machen andere ja auch) Zack-Bumm-Wave-Profis von Franz Ferdinand, deren legendäres Debüt sich gerade zum zehnten Mal jährt. Selbstironisch von vorne bis hinten. Und sauunterhaltsam.

Also: Die vier Schotten, selbst ja als alte Kunststudenten auch stilistisch in vergleichbaren Höhen unterwegs, verehren die Sparks. Die laden bei Gelegenheit zu einem Treffen ein, man nimmt ein paar Demos auf, dann… Termine, Termine. Ein paar Jahre später begegnet man sich erneut, greift den Faden noch einmal auf und macht schließlich Nägel mit Köpfen, ergo ein ganzes Album zusammen – und ein paar Konzerte wird es außerdem geben, u.a. am 01.07. in Köln und am 12.09. in Berlin (beim Lollapalooza Festival).

Doch wie klingt so etwas nun, oder haben FFS gar recht, indem sie in einem der Songs vorsorglich selbst behaupten: „Collaborations Don’t Work“?

Nun, selbstverständlich haben sie unrecht und natürlich war das Koketterie, ausgerechnet das epischste und am dramatischsten ausufernde Stück, das in einem Song quasi mehrere Sparks- und Franz-Ferdinand-Songs zusammenbaut, so zu benennen. Nein, das hier passt größtenteils wie Faust auf Auge. Das Theatralische, das Schräge der Sparks, das Moderne und das Tempo von Franz Ferdinand. Das Spiel mit Referenzen überall. Wie Pop funktioniert, wissen die Herren ohnehin alle.

So gibt es gleich zur Eröffnung ein Meisterstückchen. Die Single „Johnny Delusional“ ist ein Ohrwurm, der sämtliche Stärken der beiden Bands bündelt und auch gleich unterstreicht, dass die Herren Kapranos und Mael stimmlich bestens harmonieren. Und dieses Stück steht nicht allein, auch wenn im Anschluss mal die eine, mal die andere Band die Oberhand behält. So klingt „Call Girl“ astrein nach den Schotten in ihren elektronischeren Momenten, während der „Dictator’s Son“ problemlos ein starkes Sparksstück wäre.

Dazu erzählen sie in den Songs reizende Kurzgeschichten, wie jene über den „Little Guy From The Suburbs“ oder das Mädchen mit der Hello Kitty Uzi (im putzigen 80er-Pop-Spaß „So Desu Ne“, und hört sich das eigentlich absichtlich wie „So Disney“ an?). „Police Encounters“ ist witzig und gleichzeitig ein sehr flotter weiterer Singlekandidat. In „The Man Without A Tan“ (und anderswo) lässt man in einen ansonsten nahezu geradlinigen Song fast unauffällig klassische und Musical-Elemente einfließen (wie es die Sparks immer wieder gerne taten).

Zum Schluss ruft man allen, also sich selbst, den Voreingenommenen und überhaupt der ganzen Welt, frohgemut ein grinsendes „Piss Off“ entgegen und hinterlässt ein rundum charmantes Album, voll mit allerfeinstem New-Wave-Glam-Synth-Pop. Well done, Gentlemen!

P.S. Das Album gibt es auch in der Deluxe Version mit vier Bonustracks. Empfehlenswert.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. Peter Enis
    1
    12.7.2015 - 9:23 Uhr

    GEIL!

    Hab mir die CD besorgt. Absolut Klasse! Ganz tolle Musike! Kann ich nur empfehlen!