bilderbuch_schickWenn ich Österreichisch, oder besser Wienerisch, glaubwürdig beherrschte, würde ich jetzt bestimmt atemlos staunen, wie „leiwand“ oder so ähnlich das neue Album von Bilderbuch doch sei. Als Saupreiß sag‘ ich halt: Hut ab, das ist mal ’ne geile Platte!

Die Herrschaften um den adretten Frontmann Maurice Ernst haben ja schon zwei Alben vorher veröffentlicht, jene kamen aber über den Geheimtippstatus nicht hinaus. Doch dann besetzte sich die Band ein bisschen um, grübelte, schraubte am Stil, man kann auch sagen, sie tunte ihre „Maschin“.

Denn mit diesem Song fing Ende 2013 und, immer mehr ansteigend, im Folgejahr alles an: Die Klickzahlen auf YouTube, die begeisterten Zuschauer auf den Konzerten, die lobpreisende Pressebegleitung. Das ist aber auch ein knallgelber Rennwagen von einem Song! Oder?

So einen Groove, so ein Sexyness, so eine Attitüde, das hat man selten im deutschsprachigen Raum gehört! Man möchte fast meinen, seit Falco nicht mehr. Überhaupt Falco: Der dürfte im Grab rotieren – aber nicht vor Freude, sondern vor Begeisterung.

Stück für Stück kamen weitere Teile des Albums ans Licht und bestätigten die immer höher wachsenden Erwartungen: Das feist hedonistische „Feinste Seide“ oder das feucht-fröhlich rockende, mit Stimmverzerrungen spielende und auch vor fiesen Soli nicht zurückschreckende „Plansch“, vor allem aber das arschcoole und tatsächlich an die gleichnamige NDW-Band erinnernde „Spliff“ und das den bereits erwähnten Großmeister Wiener Blutes ganz direkt zitierende „OM“.

Damit kennt man also bereits das knappe halbe Album, und selbst, wenn nun nur noch Füllstoff gefolgt wäre, könnte man hochzufrieden sein. Doch Bilderbuch machen keine halben Sachen und liefern noch einen Schwung starker Stücke nach. Vom kühn ins Blech blasenden Opener „Willkommen im Dschungel“ über den sexy-arroganten Titeltrack, eine gewollt käsige Softgetränkehuldigung oder die Kuhglocken in den „Rosen Zum Plafond“ findet man noch einige vielseitige Perlen mehr.

Diese Bleichgesichter haben den Funk im Blut, den Schalk im Nacken und eine große Zukunft vor sich. Ein kreuzfideles Album. Leiwand!

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. Die (verbleibenden) Tourdaten:
25.03. Stuttgart – Wagenhallen
26.03. Köln – Stollwerk
27.03. Frankfurt – Zoom
28.03. (SUI) Zürich
29.03. Heidelberg – Halle 02
30.03. Münster – Sputnikhalle
01.04. (A) Wien – Arena
05-07.06. Rock am Ring/Rock im Park Festival
17.07. Deichbrand Festival
25.07. Rostock rockt Festival
14.08. Serengeti Festival
15.08. Highfield Festival
05.09. Die neuen Deutschpoeten, Berlin

www.bilderbuch-musik.at
www.facebook.com/bilderbuch

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. Hansjörg
    2
    28.3.2015 - 1:35 Uhr

    Coole Jungs

    Sehr coole, hübsche Jungs mit großer Zukunft (?). „Maschin‘ ist wirklich klasse, „OM“ nicht ganz so toll, wird aber mit der Zeit sicherlich noch wachsen.

  2. kubbi
    1
    25.3.2015 - 23:47 Uhr

    Schrott

    Das ist ganz großer Schrott und sollte nicht mit Falco verglichen werden!
    Ich hab keine Ahnung, wieso so ein Müll hier vorgestellt wird?!
    Für vieles bin ich offen, aber das ist grauenvoll…