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Wer sich als Indie-Musiker in den Vollplaybackmitklatschkiwikindergarten, äh, ZDF-Fernsehgarten, wagt (und das ganz entspannt mit „FCK NZS“-Shirt und Fake-Band, von den eigentlich kaum zur Sendung passenden Lyrics ganz zu schweigen), der hat a) ’ne Meise, b) wirklich Mumm oder c) einen Plan. Bei Aydo Abay vermuten wir zumindest b) und c).

ABAY heißt also das neueste musikalische Baby jenes Mannes, dessen markante Stimme man schon lange von den großartigen Blackmail kennt, deren Frontmann er von 1997 bis 2008 war. Der aber immer vielseitig unterwegs war und mit Dazerdoreal, Ken und zuletzt Crash:conspiracy unterschiedlichste Stile probiert hat, auch im elektronischen Bereich.

Als er dann zufällig in Berlin (stilecht an einem Späti) auf Juli-Gitarrist und -Songschreiber Jonas Pfetzing traf und der ihm seine musikalische Liebe gestand, war eine neue Band geboren. Eine, die ihre Rock- und Indie-Wurzeln mit jeder Menge Popgespür – und kontrastierend dazu oft düsteren Texten – würzt. Die laut, leise, kantig und melodisch zusammenbekommt. Mustergültig anhand der ersten Single „The Queen Is Dead“ zu überprüfen:

Neben Gitarre(n), Piano und Abays Stimme setzen aber auch immer wieder Keyboards elegante Klangtupfer. Wie in den Albumhighlights „Fen Fire“ (unterstützt von Philipp Janzen, bekannt von Urlaub in Polen und Von Spar) und „Easy Ease“ zu hören. Und immer wieder trumpft man mit schmissigen Melodien wie in „1997 (Exit A)“ auf, dazu gibt sich auch Axel Prahl gerne die Whiskyflasche:

Weitere Hörempfehlungen: Das schwelgerische „Signs“, das über achtminütige und in der zweiten Hälfte im Lärm zerfasernde Titelstück oder die zarte Ballade „A Boat“. Bei diesem Projekt darf Aydo Abay gerne länger bleiben, der Bandname lässt dies ja ohnehin erhoffen.

Die depechemode.de-Wertung:
8 / 10

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P.S. ABAY live:
13.09. – Berlin, Privatclub
14.09. – Hannover, Lux
15.09. – Leipzig, Naumanns
16.09. – München, Kranhalle
17.09. – Bern, Rössli
18.09. – Augsburg, SOHO
19.09. – Wien, Chelsea
20.09. – Stuttgart, Goldmark’s
21.09. – Frankfurt, Nachtleben

www.abay.me
www.facebook.com/ABAYofficial

P.P.S. Dass ABAY auch Spaßvögel sind, bewiesen sie schon früher. Die erste Veröffentlichung bot auf der A-Seite ein wunderschönes Cover von Abbas „I Have A Dream“ (siehe hier)… und auf der B-Seite dies:

Letzte Aktualisierung: 2.9.2016 (c) depechemode.de

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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