rebotini

Während sich sein zuletzt aktivstes Projekt Black Strobe ja von der Elektronik weg fast schon eindeutig Richtung Rockband entwickelt haben, hat sich der Franzose Arnaud Rebotini für sein Soloalbum eine Rückkehr zu den Wurzeln auf die Fahnen geschrieben und dabei tief auf dem elektrohistorischen Maschinenfriedhof gegraben.

Tja, was soll man sagen: Für Freunde analoger elektronischer Klangerzeugung ist dieses Album ein Fest. Das beginnt schon beim Cover, auf dem sich diverse Gerätschaften mit den Vornamen Roland, Korg, Arp oder E-Mu tummeln. Laptop und Digitales mussten bei den Aufnahmen draußen bleiben, drinnen improvisierte Monsieur Rebotini an den alten Zauberkisten herum, bis zehn saftige Instrumentalstücke fertig waren, auf denen die gute alte Zeit gefeiert wird. Die aber auch im modernen Club die Schweißnähte zum Glühen bringen.

Wobei natürlich das heute gern übliche Bassgewummer hier eher fehlt. Trotzdem sind die Stücke überwiegend tanzbar ausgerichtet und können mit ihren warmen Klängen überzeugen.

Anspieltipps in diesem homogenen Werk? Da sind der fast technoide Opener „The Spirit Of Boogie“, das zwischen Jean Michel Jarre und den Wurzeln des Future-Pop oszillierende „1314“ oder das hübsch altmodische „The Swamp Waltz“. Wer es etwas ruhiger mag, wird die zwei längsten Stücke genießen: Die entspannt-melodiösen zehn Minuten von „Conarky Filter Sweep“ und die verträumten Klänge des über elfminütigen Finales „Mnll“.

Fazit: Eine Suche nach den elektronischen Wurzeln und eine Tanzplatte, ein Album für Oldschool-Nerds und Clubgänger. Experiment gelungen, Chapeau!

(Addison)

„Rebotini – Music Components“ bestellen bei:

bestellen bei amazon

www.myspace.com/arnaudrebotini

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

Zur Startseite

Der Kommentarbereich ist zurzeit geschlossen.