rakes_klang Der Albumtitel hat schon mal einen wundervollen, äh, Klang. Und der kommt nicht von ungefähr. Wie so viele Bands und Künstler hat es auch The Rakes aus London für ihr drittes Album nach Berlin verschlagen. Hat die einmalige Atmosphäre unserer schönen Hauptstadt Spuren hinterlassen?

Nun, nach Bowie, Neubauten oder Depeche Mode, ca. 1984, klingt das hier zwar nicht. Aber es waren ja auch nicht die Hansa-Studios, sondern die Studios im ehemaligen DDR-Rundfunkgelände Nalepastraße (die im letzten Jahr u.a. durch einen Portishead-Gig geehrt wurden). Und, ja, eine Spur Berlin ist vielleicht schon drin in der zackigen halben Stunde Postpunk. Dreckig, geradeaus, kein Schnickschnack – so ist der Berliner, so ist „Klang“.

The Rakes um Sänger Alan Donahue standen immer ein wenig im Schatten artverwandter Bands wie Franz Ferdinand, Bloc Party oder Maximo Park. Trotzdem sind sie einigermaßen erfolgreich und boten sowohl auf dem direkten Debüt „Capture/Release“, als auch auf dem verspielteren und vereinzelt mit Synthesizern verstärkten Nachfolger „Ten New Messages“ durchgehend gute Musik und einige starke Singles (z.B. „Strasbourg“, „Retreat“, „We Danced Together“).

Auf den zehn neuen, selten die Dreiminutengrenze überschreitenden Stücken geht es nun wieder mit sehr kompaktem Sound zur Sache. Wenig Elektronik, klare Betonung auf den Gitarren und der eindringlichen Stimme Donahues. Das rauscht im ersten Moment fast zu schnell am Ohr vorbei, doch irgendwann bleiben die Feinheiten hängen. Der Refrain von „That’s The Reason“, das melodiöse Zwischenstück beim herrlich betitelten „The Loneliness Of The Outdoor Smoker“, das wunderschöne Klavier bei „The Woes Of The Working Woman“, der versteckte Ohrwurm „Shackleton“, die Basslinie und der tolle Gesang auf „The Light From Your Mac“, die Pianospitzen, gekontert von einer raffiniert schrägen Gitarre auf „Mullers Rachet“.

The Rakes haben sich in Berlin (noch?) nicht neu erfunden, aber dennoch ein frisches, mit jedem Hören besser werdendes Album eingespielt, das wertvolles neues Futter für die Indie-Disco Ihres Vertrauens liefert.

(Addison)

P.S. Live: 03.05. Düsseldorf, 04.05. Frankfurt, 05.05. Stuttgart, 06.05. Zürich, 08.05. Linz, 10.05. München

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The Rakes – 1989

http://www.therakes.co.uk
http://www.myspace.com/therakes

 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentar

  1. testcase
    1
    27.3.2009 - 17:16 Uhr

    Ungezogene Jungs machen den Spreepark kaputt :.(