querbeats Nächste Runde in unserer allseits beliebten Gemischtwarenabteilung. Heute gibt es Berliner Großstadtelektronik von Oliver Koletzki, amerikanische Instrumentalkunde mit Cougar und stimmungsvollen Neo-Soul aus Dänemark von The Asteroids Galaxy Tour.

koletzki_maerchen Wer Promo-CDs mit halbierten Liedern schickt, kriegt auch nur eine halbe Kritik. So.

Und dann fängt das gastauftrittreiche neue Werk von Herrn Koletzki (der Clubgängern weltweit ja ein Begriff für geschmackvolle Sets ist) auch noch mit Mieze von Mia an. Doch da sie sich stimmlich zurückhält, geht es gut. Danach wird es noch viel besser und oft sogar richtig gut. Ein echtes Popalbum, das die große Stadt atmet und einige ihrer vielen Gesichter zeigt. Juli Holz nascht klangvolle Zuckerwatte, Bosse fährt U-Bahn, Kate Mosh tragen eine headshaped Box und an der Warschauer Straße gibt es moderne Clubmusik dazu.

Frische Talente gibt es auch zu entdecken, insbesondere Fran, die auf dem hypnotisierenden „Hypnotized“ singt, aber auch Pyur, die das trippige „These Habits“ begleitet.

Also: (Abgesehen von der Promo-CD…) Ein feines Album.

http://www.myspace.com/koletzki

cougar_patriot Hm, Instrumentalmusik. Die verlangt oft mehr Konzentration, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ein paar junge Burschen aus Wisconsin versuchen nun, neue Akzente im Bereich des instrumentalen Frickelrock zu setzen. Damit haben sie immerhin Paul Smith (Maximo Park) begeistern können, der sie gleich auf Tour mitnahm.

Auf „Patriot“, ihrem zweiten Album, gibt es nun allerlei zu hören. Verspielte Elektronik im Hintergrund, postrockende Gitarren, mal akustisch, mal auch durchaus lärmig, und dann vertrackte Schlagzeug- und Percussionsarbeit, die von hohem technischen Geschick kündet.

Die technischen Fähigkeiten sind auch absolut lobenswert und empfehlen Cougar für mehr. Was aber derzeit noch fehlt, sind etwas mehr Druck (vielleicht doch mal Gesang?) und vor allem memorable Melodien.

http://www.myspace.com/cougarsound

asteroids_fruit Zuletzt noch eine hier sicher seltene Erscheinung: Soul. Aber eine so hübsche Platte wie dieses Debüt ist eine Erwähnung in jedem Fall wert.

Vor zwei Jahren fanden sich diese sechs talentierten Dänen unter Federführung von Lars Iversen (Hauptsongwriter) und Mette Lindberg (die Stimme) zusammen, um ihre ganz eigene Version von spaciger Soulmusik zu erfinden. Was so gut gelungen ist, dass selbst Frau Winehouse (in einem ihrer wachen Momente) sie als Vorband einlud, wo sie mit ihrem mitreißenden Funk-Soul-Mix alle überzeugten.

Nun das fruchtige Album. Zehn fein gestrickte Songperlen, alle in klassischer Singlelänge, alle ohrwurmverdächtig. Melodisch, gefühlvoll, toll gesungen, immer wieder mit unerwarteten Soundideen aufwartend. Mal flott und tanzbar, mal lässig dahinschreitend.

Eine prima Platte, die gute Laune im sonnigen Spätsommer verbreitet und mit ein bisschen Glück noch mächtig von sich reden machen wird.

http://www.myspace.com/theasteroidsgalaxytour

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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