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Heute haben wir ganz viele verschiedene Interpreten in unserer ohnehin bunten Rubrik. Der Grund: Es handelt sich dieses Mal ausschließlich um neue Mix-CDs. The Twelves schreiben ihren Beitrag fürs Kitsuné Tabloid, Marcel Fengler beschallt das Berghain und Stéphane Pompougnac hat im Hôtel Costes eingecheckt.

Kitsuné Tabloid by The Twelves

Dass Veröffentlichungen aus dem Hause Kitsuné stets ein Hineinhören wert sind, brauchen wir wohl kaum noch zu betonen. Eine der Samplerreihen heißt Kitsuné Tabloid. Hier sollen Bands einen Blick in ihre Playlists genehmigen, was zuvor bereits bei Phoenix und Digitalism gut geklappt hat.

Nun also das brasilianische Remixer-Duo The Twelves, eher ein feiner Geheimtipp als ein großer Name. Doch das macht nichts, vielleicht sogar im Gegenteil, denn die beiden beherrschen ihr Handwerk. Der zweigeteilte Mix beinhaltet zunächst sieben Stücke, für die The Twelves extra neue Mixe bzw. Dubs angefertigt haben. Hier greift jeder Synthiesound perfekt in den nächsten und der elegante Pop von Metric fließt nahtlos in den vom Two Door Cinema Club und weiter zu Black Strobe.

Auf der B-Seite, vinyltechnisch betrachtet, folgen dann weitere 17 Tracks als eher klassisches DJ-Set. Hier wird das ganze Spektrum der musikalischen Einflüsse sichtbar, aber der angenehm sommerliche Flow bleibt erhalten und es gibt weiterhin viel 80er Feeling und Highlights mit Siriusmo, Pol Rax, The Juan MacLean oder Twin Shadow. Starker Tabloid-Beitrag von The Twelves!

Marcel Fengler – Berghain 05

Wenn einer wissen sollte, wie Berlins Techno-Touristen-Vorzeigetempel funktioniert, dann Marcel Fengler. Als Resident DJ von Anfang an kennt er die Knöpfe, die man drücken muss, um die Menge zum Ausrasten zu bringen. Das hat er nahezu nahtlos auf das zeitlich komprimierte Format dieses Mixes übertragen.

Spannungsaufbau, Tempoverschärfung, Tempoverschleppung, euphorischer Peak, Runterkommen – das passt alles. Und das Schöne ist, Fengler beweist trotzdem eine gewisse Vielseitigkeit, indem er Techno, House und andere elektronische Spielarten miteinander verquickt. Da gibt es einen atmosphärisch trippigen Auftakt mit Emika (btw: unser Album des Monats), alles steigert sich langsam, bis spätestens bei Tommy Four Seven die Bässe gewaltig wummern. Fengler eigenes „Twack“ und Secret Cinema verzögern das Ganze dann wieder, doch in der Mitte geht es mit Beiji, Claude Young & Takasi Nakajima und später bei Fengler zweitem Eigenbeitrag richtig ab.

Klar, für zu Hause ist das vielleicht mitunter nur bedingt tauglich, aber auf der richtigen Party oder im richtigen Club ist diese Platte ein echter Bringer, garantiert.

Diverse – Hôtel Costes Vol. 15

Nach dem schwitzigen Getanze von eben wäre doch etwas „Loungiges“ ganz fein, oder? Im Hotel Costes sind wir da genau richtig. Wenn eine Samplerreihe bei Vol. 15 angekommen ist, muss sie zumindest einen gewissen Erfolg haben. Über fünf Millionen Einheiten sprechen ebenfalls dafür.

Stéphane Pompougnac kompiliert nicht nur diese Reihe, nein er hat anfangs sogar im namensgebenden Pariser Hotel gekellnert. Irgendwann startete er dann diese Sampler mit Stücken, die sich größtenteils im Downtempo-Bereich bewegen, eben das Richtige für entspanntes Abhängen in der Hotellounge oder an der Bar. Und auch auf Ausgabe 15 liefert Pompougnac ab.

Wobei hier nicht nur entspannte Tracks vor sich hin fließen, nein, das Besondere ist: Es gibt auch richtige Highlights, die man sich über den Sampler hinaus merkt. Kid Loco mit seiner Version von Iggy Pops „The Passenger“ zum Beispiel, den Nicolas Jaar Remix eines Maceo Plex Tracks oder die Nummer von Brigitte Fontaine & Grace Jones. Jürgen Paapes „So weit wie noch nie“ ist ohnehin unverwüstlich. Einiges zu entdecken und trotzdem schön chillig, so loben wir uns das. Gute Nacht!

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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