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Heute aber keine Beschwerden über mangelnde Elektronik, bitte! Alle Platten hier wären ohne Strom mal so gar nix. Synthies und Computer an allen Ecken und Enden. Mal poppig, mal spacig, mal Disco, mal Psycho – und zum Schluss noch richtig anspruchsvoll. Switch on:

WhoMadeWho – Knee Deep

Die dänischen Feierbiester haben viel vor in diesem Jahr und „Knee Deep“ ist nur der Anfang. Irgendwann im letzten Jahr zog sich das Trio in ein unfertiges Hotel ihrer Heimat Kopenhagen zurück und dann ließ man der Kreativität freien Lauf.

Es stellte sich heraus, dass dabei ziemlich unterschiedliches Material entwickelt wurde, so dass man beschloss, es auf zwei separate Veröffentlichungen zu packen. „Knee Deep“ ist somit nun der Vorbote für Größeres. Acht Songs, viel für eine EP, eher ein Mini-Album. Musikalisch gibt es die psychedelischere, dunklere Seite der Band zu hören.

Das ist auch Absicht, die eingängigeren, direkteren Songs sollen auf dem noch 2011 folgenden Album erscheinen. Wobei zumindest die hier enthaltene Single „Every Minute Alone“ schon ziemlich gut reingeht und „Nothing Has Changed“ sehr tanzflächenkompatibel ist. Der Rest probiert dann ein bisschen herum, manchmal zielführend, manchmal nicht so. Auf das Folgealbum sind wir jedenfalls extrem gespannt.

P.S. Die LP enthält als Bonus noch einen weiteren Track und vier Remixe.

French Horn Rebellion – The Infinite Music Of…

Und wieder ein Debütalbum eines dieser vielversprechenden Acts, die man zuerst auf einem Kitsuné-Sampler gehört hat. Es geht auch gut los, mit einer Single, die man von ebenjenem Sampler (Maison Vol. 8) kennt – „Up All Night“. Cheesy Synthies, eingängige Melodie.

Mit „This Moment“ wird die nächste flotte Single hinterher geschossen, doch dann verzetteln sich die Brüder Robert und David Perlick-Molinari so langsam. Löblich ist zwar, dass sie versuchen, unerwartete Elemente – wie eben die namensgebenden Blasinstrumente – unterzubringen, doch während die Produktion und der Sound einiges an Raffinesse beweisen, kann das Songwriting bei Weitem nicht mithalten.

Da jammt man dann unausgegoren auf Funkrhythmen vor sich hin und kommt bei vielen Stücken einfach nicht auf den Punkt. Wie immer in solchen Fällen, empfehlen wir daher eher den Erwerb einzelner, gelungener Tracks, zu denen neben o.g. noch das dynamische „What I Want“ zu zählen ist.

Space Ranger – What About The Magnetic Fields?

Disco und House allüberall. Ist da schon Übersättigung in Sicht, oder können drei Stuttgarter (!) da noch eigene Duftmarken setzen? Ach doch, durchaus.

Die Drei gehörten schon Anfang des Jahrtausends zu Dublex Inc., einem DJ Team, das ein paar kleinere Erfolge im Underground hatte und immerhin den Sugababes-Hit „Round Round“ co-produzieren durfte.

Doch Radio und Charts sind hier ganz weit weg. Hier lässt man lieber die (analogen) Synthesizer und die Discokugel kreisen, Einflüsse von Italo und Psychedelic durchblicken und hält sich zumeist vornehm instrumental zurück. Wobei die wenigen Gesangsbeiträge („Nightmoves“, „Plastic Romance“) dann doch zu den Höhepunkten zählen. Entspanntes Album, aber gut.

Amon Tobin – ISAM

Entspannt genug? Na dann können wir ja zum Schluss noch ein wenig experimentell werden. Wobei „ein wenig“ frech untertrieben ist. Denn das neue Album von Amon Tobin ist eher etwas für „2001 – Odyssey im Weltraum“-Versteher.

Wer bei den Melt!-Festivals der letzten Jahre die Auftritte von Aphex Twin und Chris Cunningham verfolgt hat, ist schon ungefähr in der richtigen Richtung unterwegs. Klangbastler Tobin hat, während er früher eher andere elektronische Quellen gesampelt hat, ausgiebige Field Recordings in der freien Wildbahn betrieben (und das vorwiegend im Insektenreich), die er dann in Sounds und elektronische Instrumente übersetzte.

Resultat ist ein zunächst schwer hörbares Sammelsurium an außerirdischen Klängen, die mitunter kaum zusammenhängende Tracks und Rhythmen ergeben. Mit Geduld und Kopfhörern erschließt sich aber eine ganz eigene musikalische Welt, die – in der richtigen Laune genossen – eine spannende Erfahrung bietet. Faszinierend, wie Spock sagen würde.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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