querbeats Dies ist ja mitunter unsere Sammelrubrik für allerlei interessante Musik abseits ausgetretener Pfade. So auch heute, versammeln sich doch ein gruppendynamisches Pop-Potpourri, Euphorisches aus der klanglichen Arcade-Fire-Verwandtschaft und eine Gruppe Amerikaner mit wachsendem Drang ins große Stadion…

The Go! Team – Rolling Blackouts: Wo da schon das Wort „Rolling“ steht und der erste Song gleich „T.O.R.N.A.D.O“ heißt: Schon mal von einer Soundlawine überrollt worden? Wenn nicht, mit diesem Album kann das nachgeholt werden.

Das britische Sextett (plus zahlreicher Gäste) donnert einem nämlich ein so unverschämt dynamisches Sample-Pop-Gewitter um die Ohren, dass man eine Weile braucht, um das Ganze sortiert zu bekommen. Und selbst dann fällt das noch schwer. Der einfachste Nenner ist wohl schwerst euphorischer Bunte-Wiese-Powerpop mit Sampleirrsinn, Sixties-Harmonien, Rapeinlagen und ganz viel Glockenspiel.

Das kann auf Albumlänge fast zu viel bonbonbunter Schwung sein, funktioniert aber auf einigen hitverdächtigen Ohrwürmern doch ziemlich großartig: Wir empfehlen eine Probedosis mit „Ready To Go Steady“, „Buy Nothing Day“ oder „Back Like 8 Track“. Außerdem sollte man das wilde Treiben live gesehen haben: 10.03. Düsseldorf, 11.03. Frankfurt, 15.03. München, 16.03. Stuttgart, 17.03. Berlin, 18.03. Hamburg.

The Go! Team – Buy Nothing Day from memphis industries on Vimeo.




Spokes – Everyone I Ever Met: Ja, die „Klingt doch wie Arcade Fire“-Verweise häufen sich. Kann natürlich auch daran liegen, dass die genialen Kanadier nun auch außerhalb eingeweihter Auskennerkreise ein Name geworden sind, spätestens seit sie weltweit die großen Preise (Grammys, Brit Awards…) abräumen. Nun müssen auch diese Nordengländer hier jene Vergleiche ertragen.

Können sie aber aushalten, die Fünf aus Preston. Wer schwelgerische Hits wie „We Can Make It Out“ schreibt, hat schließlich auch selbst Lob verdient (und Vergleiche mit anderen, wie den tollen Dänen von Efterklang). Das ganze Album bewegt sich gekonnt zwischen fröhlichen (wie dem erwähnten) und zurückhaltenden Stücken (wie dem Titelsong), zwischen schlichten Akustikstücken und von Streichern und mehr bevölkertem Orchestralpop.

Es wird zwar voller im Folk-Post-Shoegaze-Indie-Fach, aber die Spokes passen noch ganz gut mit hinein.

Spokes – ‚We Can Make It Out‘ (Official Video) from Ninja Tune on Vimeo.




Cold War Kids – Mine Is Yours: Da muss man beim ersten Hören gleich nochmal auf die Hülle sehen (im Falle des Rezensenten auf den Promo-Download), ob auch drin ist, was draufsteht. Denn, wer das feine Debüt der Cold War Kids („Robbers & Cowards“) mit seinem wunderbaren besoffen-schrägen Rumpelklavier und Songs wie „Hang Me Up To Dry“ kennt – und das etwas ziellos verblueste zweite Album vergessen hat – der erschreckt sich über die plötzliche Killers-meet-Kings-of-Leon-Haftigkeit des Sounds.

Die Amerikaner wollen ins Radio und weiter hoch in die Charts, das ist mal klar (und das geben sie auch zu). Zum Glück sind sie musikalisch immer noch spannender als die beiden erwähnten Hitgiganten, so dass man, hat man die streckenweise zu glatte Produktion und den Stilwechsel in Richtung Pop verdaut, mit jedem Hören mehr Feinheiten und gute Songs entdeckt.

Denn es gibt neben besagten eingängigen Pop-Rock-Songs (das Titelstück, „Louder Than Ever u.a.) immer noch schöne Klaviermomente wie das herausragende „Sensitive Kid“ (mit Elektroelementen) und eigenwillige Percussion („Out Of the Wilderness“ oder das coole „Cold Toes“). Tipp für die Stadionrockfans: Songs Eins bis Vier hören. Dem Rest empfehlen wir eher die danach folgenden Stücke.

Cold War Kids, „Louder Than Ever“ from Vern Moen on Vimeo.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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