querbeats Heute mal wieder ordentlich Beats bei den Querbeats. Deutsch-Asiatische House-Disco mit Tanzgarantie., kanadischer Deep House und schließlich tiefenentspannter Dub aus Tirol – ja, wenn da nicht für verschiedenste Schafgeschmäcker Gras auf der Weide wächst, wie wir Schotten sagen…

Wer als seine Einflüsse Chemical Brothers, Daft Punk, Michael Jackson, Prince, The Neptunes, Timbaland, Herbie Hancock und Bruce Lee aufzählt (und weitere), hat einen breit gefächerten Geschmack und Humor. Und so ist das Debütalbum des deutsch-asiatischen Produzenten und DJs eine hübsch bunte Mixtur ohne Scheuklappen.

Der junge Mann, der so aussieht wie ein Urban Styler (und auch durchaus dort bewurzelt ist) legt eine Platte vor, die ihrem Titel absolut gerecht wird. House, Disco, Funk und Electro werden hier unbeschwert zusammengerührt und der gemeinsame Nenner lautet: Hauptsache, die Clubgänger tanzen dazu! Was definitiv Hauptanliegen des Albums ist: “Get Up”.

Einige der genannten Vorbilder lassen sich dabei übrigens tatsächlich erkennen – die Single “Disco Guy” hat z.B. Spuren von Daft Punk, als diese noch richtig spannend waren. Auch “Get Fresh” geht in eine ähnliche Richtung (plus gemeine 90er-Sounds). Immer wieder erhellen dazu kleine Details das Klangbild, wie im asiatisch hüpfenden “Have Faith”.

Kleiner Punktabzug für zu viel Vocoder, aber ansonsten ist das eine feine, unbeschwert groovende Partyscheibe.

Wir bleiben im tanzbaren Bereich, nehmen jedoch gelegentlich eine kleine Prise Tempo heraus, womit wir in den Regionen von Deep House/Techno angekommen sind. Und dort beherrscht der Kanadier James Teej seine Geräte und Turntables.

Teej ist schon seit den 90ern aktiv, als DJ, Remixer (u.a. für Trentemøller) und immer wieder mit eigenen Stücken. Als Album ist dies jedoch sein Debüt. Eine angenehm chillige Atmosphäre wird mit dem Einstieg “B4 Spring” geschaffen und danach gleitet das Album entspannt dahin, meist im gerade noch tanzbaren Bereich.

Wobei es Teej als ausgebildeter Musiker gelingt, auch andere Stile in den Fluss einzubinden – sehr schön beispielsweise das Piano in “Late Blooming”. Auch seine soulig-warme Stimme ist ein echter Pluspunkt – nur die clappigen Beats könnten hier und da ein bisschen Abwechslung vertragen.

Aber insgesamt eine sehr angenehme Platte, die neben einem harmonischen Gesamteindruck auch einige gute, für sich selbst stehende Tracks bietet (hier seien noch “Left Believing” und der völlig untypische Abschluss “All We Have Is Time” empfohlen).

Zum Schluss noch Austrodub. What? Jawohl, die Herren Wolf und Erler steigen aus den Höhen Tirols herab und haben offensichtlich ganz tief inhaliert.

Jedenfalls erlebt man selten so eine ulkige Mixtur aus Bässen, Beats, Synthesizern und dem einen oder anderen Bläser, die tatsächlich den Dub im Blut und den Dancehall im Alkohol haben (oder umgekehrt) ein echt karibisches Feeling (zumal bei der Hitze in diesen Tagen) erzeugen und nach einer Weile zum automatischen, laaangsamen Mitwippen zwingen.

Acht abgehangene Tracks in einer reichlichen halben Stunde sorgen nicht für einen Dauerrausch, aber der wäre ja auch nicht gesundheitsfördernd, gell? Also grooven wir uns durch zu Stücken wie “Zulu”, “Creep” oder “Please” und lassen uns ein debiles Grinsen aufs Antlitz zaubern.


creep – – Hey-Ø-hansen – WE SO HORNY – SERIOUS PLEASURE RIDDIM

hey-Ø-hansen | MySpace Music Videos

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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