Quer durch den elektronischen Gemüsegarten geht es auch dieses Mal wieder in unseren Querbeats. Von unbefangenen Musikexperimenten aus dem Hause Shah, dem Versuch von !distain an vergangene Tage anzuknüpfen, bis hin zu einem auferstandenen Musikprojekt, gibt es wieder viel zu entdecken.

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Los geht es dieses Mal mit dem Tranceproduzenten Roger Shah, der sich mit „Openminded?!“ erstaunlich offen für neue Einflüsse zeigt. Nach zwei DJ Alben und drei CDs unter seinem Balearic-Trance-Alias Sunlounger, präsentiert sich der Stuttgarter auf seinem neuesten Werk deutlich los gelöst von seinen bisherigen Produktionen. Mit der gesanglichen Unterstützung von Moya Brennan, Inger Hansen und der Kosheen Frontfrau Sia Evans, verlässt er auf dem ersten Silberlinge die Clubszene und präsentiert 14 Tracks, die von besinnlichen bis hin zu poppigen Tönen reichen.
Unter den Songs findet sich auch die aktuelle Single „Morning Star“, die von Máire „Moya“ Brennan, der Schwester von Enya und der Stimme von Chicane’s Hymne „Saltwater“, gesungen wird. Weitere Highlights sind „Shine“ und „In The Light„, bei der Sia Evans zum Zuge kommt. Neben einer eingängigen Produktion, ist es eben die markante Stimme der Kosheen Sängerin, die hier aufhorchen lässt.

Während die Tracks der ersten CD den Zusatz ‚Album Mix‘ tragen, wird auf dem zweiten Silberling wieder kräftig an der BPM Schraube gedreht. Mit Ausnahme von „Summer Days“, wurden alle Songs des Albums als Club Mixes aufbereitet. Ein ganz besonderes und vor allem gelungenes Schmankerl ist die Coverversion des Kosheen Hits „Hide U„. Auch hier hat Sängerin Sia Evans unterstützt und die Vocals beigesteuert.
Openminded?!“ beweist auf stilvolle Art und Weise, dass man als Produzent öfter mal neue Wege einschlagen sollte. Roger Shah liefert hier ein durchweg interessantes Werk ab, das durch seine Vielseitigkeit besticht.

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Mit tollen Produktionen bestechen konnten in den 90er Jahren auch !distain. Durch Alben wie „Cement Garden“, „Homesick Alien“ und „Liquid“ zählten die Augsburger seinerzeit zu den angesagtesten Synthiepop-Bands in Deutschland. Nachdem die Gründungsmitglieder Oliver Faig und Sebastian von Wyschetzki Anfang des Jahrtausends die Band verlassen haben, wurde es auch musikalisch ruhiger. Das Comebackalbum „25 Frames A Second“ konnte zwar mit einzelnen Songs überzeugen, doch der große Aha-Effekt blieb letztendlich aus.
Drei Jahre nach dem letzten Longplayer, versucht das Duo mit „ON|OFF“ einen neuen Anlauf und bleibt dabei wieder stecken…
Zwar finden sich mit „Mediaeval Presence“ und „Together“ zwei durchaus hörbare Stück auf dem Album, doch wenn man Songs wie „Monokultur“ oder das textlich völlig misslungene „100%“ hört, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Belanglos plätschern auch die restlichen Songs dahin. Innovation? Ohrwürmer? Fehlanzeige!

Zumindest beweisen die Jungs mit der kleinen Ansage nach „Second Coming“ ( ungewollt ) Humor… „[…] if it has touched your soul today, feel free to return. If so, press play again…“.
Statt „ON“ gehen !distain mit diesem Album endgültig „OFF“. Was bleibt sind Erinnerungen…

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Totgesagte leben länger. Im Falle von Dismantled trifft dieser Spruch voll und ganz zu. Nachdem Mastermind Gary Zon sein erfolgreiches Industrialprojekt im Jahr 2007 unter dem plakativen Titel „When I’m Dead“ zu Grabe getragen hatte, erfolgte diesen Sommer die überraschende Auferstehung.
The War Inside Me“ ist ein düsteres ‚Comeback‘, in dessen Mittelpunkt ein raues und kühles Timbre steht.
Harte Sequenzersounds dominieren auch dieses Mal wieder das Album und kreieren dabei mit „Dead On Impact„, „The Whore Inside Me“ und „Kill Or Be Killed“ drei prädestinierte Clubkracher für Schwarzkittelträger.
Musikalisch scheint Gary mit „The War Inside Me“ nun endgültig angekommen zu sein. Irgendwo zwischen Velvet Acid Christ und Suicide Commando hat der Amerikaner seinen Platz gefunden und liefert entsprechend ab.
Auffallend ist dabei, dass das Album in seiner Gesamtheit deutlich stimmungsvoller produziert wurde und eine Atmosphäre formt, die an Filme wie SAW oder an Spiele wie „Resident Evil“ erinnert.
Bleibt zu hoffen, dass ‚Zombie Gary‘ nicht endgültig seinen Kopf verliert und wir auch in Zukunft mit extravaganten Alben versorgt werden.

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1
Kommentar

  1. Tommi_70
    1
    15.10.2011 - 13:46 Uhr

    Die Kritik von !Distain kann ich nicht teilen. On/Off ist sehr gut geworden und vor Allem live sind die Jungs absolut super. Siehe „DM-Party for the Living“ am 02.10. in Köln. Gerade bei Monokultur sollte man sich vielleicht mal die Live-Version von Köln bzw. Moskau anhören oder auf die Single warten. Ich finde, !Distain waren noch nie so gut wie jetzt „vor Allem live“ und haben sich weiterentwickelt und auch das Soloprojekt von Manfred „Arsine Tibe“ verdient Beachtung.