querbeatsElektronisch geht es weiter bei den Querbeats. Dieses Mal besohlen wir eure Tanzschuhe mit treibenden Rhythmen aus dem Hause „Nachtmahr„, sorgen mit „Stereomotion“ für etwas Erholung und schauen weit zurück in die Vergangenheit mit „The M.E.M.O.R.Y Lab„, als Industrial-Rock-EBM noch in den Kinderschuhen steckte…

nachtmahrMit seinem Nebenprojekt Nachtmahr hat L’ame Immortelle-Mastermind Thomas Rainer nicht nur dem Uniformfetisch innerhalb der „Szene“ zu neuem Glanz verholfen, sondern auch mit Tracks wie „BoomBoomBoom“ und „Katharsis“ die Tanzflächen der internationalen Clubs erobert. Mit „Alle Lust will Ewigkeit“ legt der Österreicher nun nach.
Während sich im Booklet halb bis gar nicht bekleidete Damen räkeln und in eindeutigen Posen ‚verschmelzen‘, herrscht auf dem Silberling ein recht rüder Ton.
Da befiehlt der „Tanzdiktator“ seinen Jüngern schon mal sich zu den peitschenden Rhythmen im Gleichschritt zu üben. Auch „War On The Dancefloor„, „Träume„, „Vendetta“ oder „Code:Red“ schallen mit einem brettharten Beat und kompromisslosen Shouts und/oder Filmzitaten durch die Boxen, um feierfreudigen EBM-/Electro-Fans ordentlich Feuer unterm Ar… zu machen.
Themen wie Sex, Lust und Tod bilden dabei die thematische Grundbasis der einzelnen Songs und werden auch in einen entsprechenden Kontext gesetzt.

Musikalisch lässt Thomas Rainer auch dieses Mal wieder ein Bollwerk voller Endzeitstimmung auf seine Jünger los, das einige potentielle Clubhits bereithält und sicherlich auch neue Uniformträger rekrutieren wird. Stillgestanden wird jedenfalls woanders…

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stereomotionKommen wir zu einem Einmannprojekt, das laut Pressetext schon zwei Alben veröffentlicht hat: Stereomotion. Musikalisch bewegt sich Mastermind Florian Jäger irgendwo zwischen Project Pitchfork, Diary of Dreams und [:SITD:]. Düstere Synthieflächen, gespickt mit Filmzitaten und/oder verzerrten Vocals prägen das Soundbild des dritten Albums mit dem Titel „Sehn:Sucht„.
Nach dem eher mittelprächtigen Opener „Lernen durch Verlust„, gibt es mit „Addicted“ einen intelligenten Track auf die Ohren, bei dem vertrackte Beats, ein eingängiger Refrain und eine dezent platzierte E-Gitarren eine prickelnde Symbiose eingehen. Auch im weiteren Verlauf stößt man auf verspielten und liebevoll arrangierten Dark Electro. Da wäre z.B. „Pride„, das durch einen fragilen Pianopart intoniert wird und sich dann in einen pushenden Clubkracher wandelt oder „Forgiven„, das teilweise etwas an VNV Nation erinnert.
Auch wenn das Album im Kontext durchaus Akzente setzen und gefallen kann, fehlt im Endeffekt das gewisse Etwas, das Stereomotion aus dem Dschungel der Veröffentlichungen hervorhebt. Fans von oben genannten Bands sei diese Scheibe allerdings ans Herz gelegt!

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tmlAls Kuriosum darf man die Veröffentlichung von The M.E.M.O.R.Y. Lab locker bezeichnen, wenn man sich die Fakten um dieses nicht mehr existente Projekt vor Augen führt.
Gegründet in Italien von Marc Urselli und Nicola Curri in den frühen 90er Jahren, schaffte es das Duo zwar auf einige Sampler aber ein Debütalbum gab es nie. 1999 wurde das Projekt letztendlich aufgelöst und beide Protagonisten widmeten sich anderen Baustellen, die nach wie vor im Bereich der Musik und der Kunst angesiedelt sind.
Wie der Zufall es wollte, stolperte Marc Urselli vergangenes Jahr über das seinerzeit aufgenommene Demotape und entschied sich, dieses digital zu überarbeiten. Das Ergebnis liegt nun in Form von „Modern Expressing Machines of Revolutionary Youth“ vor.

Im Geiste von Bands wie: Die Krupps, Front 242, Front Line Assembly, Nine Inch Nails, Fear Factory, Einstürzende Neubauten, Skinny Puppy oder auch den Sisters of Mercy sind damals die acht Songs entstanden.
Irgendwo zwischen avantgardistischem Elektro und Zwittern aus Industrial-EBM-Metal, färben die einzelnen Tracks das insgesamt doch recht brachiale Soundbild des Albums ein.
Poppige Momente gibt es auf diesem Silberling nicht zu entdecken. Vielmehr steht der experimentelle Aspekt der Musik weit im Vordergrund und verlangt vom Hörer eine entsprechende Konzentration und Freigeistigkeit ab. Stücke wie „My Little World“ oder „To Go All The Way“ sind zwar überwiegend elektronisch arrangiert, fallen aber nicht nur durch den Gesang sehr sperrig aus.
Wer immer mal auf der Suche nach etwas ‚Neuem‘ ist und dabei auch genreübergreifend schaut, dem sei diese Platte zumindest zum Antesten empfohlen.

www.myspace.com/thememorylab

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