querbeats Heute haben wir drei verschiedene Formate im Angebot: Eine Box mit 5 EPs, eine Mix-CD und ein “normales” Album. Auch musikalisch ist Diversität Trumpf, es gibt Clublastiges, Chilliges und schließlich gar anspruchsvolle Hochkultur. Bitte treten Sie näher!

Das griechisch-römische Label ist eigentlich ein englisch-deutsches mit Sitz in London und Berlin. Eines der Labelmitglieder ist Joe Goddard von Hot Chip, was diverse Hot Chip-Mixe hier erklärt, aber kaum auf den Stil des Labels (und der gleichnamigen Partyreihe) hindeutet.

Hier geht es nämlich straight in den Club. Das olympische Electro-Wrestling findet auf 5 EPs statt, auf denen verschiedene Künstler vorgestellt werden. Zum Auftakt darf David E. Sugar den basslastigen Aufheizer spielen. Dem folgt Grovesnor mit dem poppigsten Teil der Serie, einem zuckersüßen 80er-Synthie-Schnittchen nebst diversen Remixen. Im Anschluss klopft das schon auf diversen Festivals gefeierte Buraka Som Sistema aus Angola gewaltig auf den polyrhythmischen Busch, danach machen die Drums Of Death aus Schottland mit der wohl abwechslungsreichsten EP einen guten Eindruck, und zum Abschluss kommen die Totally Enormous Extinct Dinosaurs fröhlich angeblubbert.

Eine hübsche Box (Vinyl oder CD), die einen interessanten Einblick gewährt.

Für die Compilationreihe “Coming Home” durften u.a. bereits Nouvelle Vague und Nightmares On Wax ihre Nachhausekommen-und-auf-der-Couch-relaxen-Lieblingslieder zusammenstellen. Nun haben sich Florian Seyberth und Peter Heider versucht, und die beiden Downtempo-Spezialisten aus Nürnberg haben ein chilliges Set zur allgemeinen Entspannung angerührt.

Eigene Tracks (wie “Fürsattel”) und Stücke von Künstlern wie Henrik Schwarz, Nora Morales Move D oder Nick Sole rutschen flüssig ineinander und ergeben einen tiefenentspannten Mix aus minimalem Techno, Lounge-Jazz, gemäßigtem House und Artverwandtem.

Garantiert nichts zum Abfeiern, aber prima zum lockeren Wiederrunterkommen.

Und zum Schluss noch etwas ganz Anderes. Zwei Pianisten und ein Schlagzeuger, eigenwillige Bandbesetzung, oder? Zudem kommen die Herren Khalifé, Tristano und Westrich auch noch aus der klassischen Musik. Jene reife Dame wird nun mit dem Jungspund Techno vermählt. Spannend!

Nach Bearbeitungen von klassischen Technostücken (ha!) gibt es nun das erste gemeinsame Album, und man hat hier definitiv etwas völlig Eigenes geschaffen. Da gibt es “Channel 7” und “Channel 8”, die klingen, als wären sie für Filmmusiken komponiert (ersteres für Arthouse-Kunst, letzteres mit seinen atonalen Anflügen eher Richtung Horror), “Barock” kombiniert Klassik mit 70er-Jahre-Vintage-Synthesizern und “Sonar” ist plötzlich sogar richtig tanzbar.

Über weitere Klaviereskapaden, House-Anleihen und weitere Technospuren geht es dann weiter dahin. Ein interessantes (wenn auch streckenweise anstrengendes) Experiment, lobenswert und sicher zukünftig zu beachten.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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