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Was steht dieses Mal auf dem Plan? Britischer Sommerrave auf sonnigen Inseln, doch der Autor ist irgendwie unzufrieden. Zur Rettung eilt brasilianische Stimmung mitten aus Berlin, darüber hinaus entspannen wir bei Tech House, der mit Mineralien spricht und reisen schließlich mit neuseeländisch geborenen und in surreale Galaxien abgedrifteten Damen.

Friendly Fires – Pala

Das Debüt ist noch keine drei Jahre her und gehörte damals zu den heimlichen und stetig wachsenden Favoriten des Jahres. „Jump in The Pool“, „Paris“ und weitere Hits ließen Herz und Beine fröhlich hüpfen.

Woran liegt es da nur, dass der Rezensent mit dem Nachfolger irgendwie nicht warm wird? Ein Mysterium, was dem Schreiberling nun schon Wochen im Kopf herum geht. Denn, nüchtern betrachtet, an der Musik liegt es irgendwie nicht so richtig. Oder?

Da sind immer noch diese schönen Synthies am Kreisen, Sänger Ed MacFarlane sehnsüchtelt immer noch glaubwürdig umher und alles wurde von Paul Epworth angenehm hektisch produziert. Hm. Okay, die Schrägheiten, die beim Debüt dazu führten, dass man durchaus mehrmals hinhören musste, sind größtenteils weggefeilt worden. Gitarren gibt’s eigentlich auch kaum noch, dafür so einiges an Sounds und Beats, die leicht ranzig duften. Ob man zu scharf in die Dance-Richtung abbiegen wollte?

Trotzdem, mit „Live Those Days Tonight“ und „Show Me Lights“ sind mindestens zwei großartige Stücke drauf, ein paar andere beginnen auch langsam zu wachsen. Vielleicht wird’s ja noch, so lange rätselt der Autor weiter.

Daniel Haaksman – Rambazamba

Wenn wir schon bei sommerlichen Sounds sind, dann aber bitte richtig! Daniel Haaksman ist Chef des Berliner Labels Man Recordings und als solcher seit Jahren einer der wichtigsten Förderer des Siegeszugs des aus Brasilien stammenden Baile Funk. Nun hat er endlich sein Debütalbum fertig und dreht damit ordentlich am Rad der Weltkultur.

Man muss natürlich warnen, dass sensible Gemüter von dieser wilden Melange aus Beats, Samples und Rhythmen erschlagen werden könnten. Aber Kunst braucht eben auch Opfer, und Haaksman nimmt auf diesem perfekt betitelten Werk keine Gefangenen.

Klar, der saftig groovende Baile Funk zeigt sich in einer zeitgenössischen Version, doch der Trip beschränkt sich keinesfalls nur auf Brasilien. Es geht rund um die Welt, die Disco bringt auch Mosambique auf die Landkarte, marschiert über verschiedene Ecken des Balkans, lässt über ägyptischen Jazz staunen und auch sonst nichts aus, um dem Hörer zu verdeutlichen, wie viel gute und interessante Spielarten von Musik es auf dieser Welt gibt. Und alles mit einem Lächeln und in tanzbar. Hut ganz tief ab!

Secret Cinema – Minerals

Nach so viel sommerlicher Stimmung muss man ja auch mal wieder runterkommen. Der holländische Elektro-Produzent Jeroen Verheij ist schon seit den 90ern unter verschiedensten Aliases aktiv – manch einer mag sich noch an Tracks wie „Timeless Altitude“ erinnern – und hat nun nach 5-jähriger Pause gleich ein Doppelalbum aufgenommen.

Dieses soll nun von Härte, Farbe und Material verschiedenster Mineralien inspiriert worden sein. Kann aber auch sein, dass der Künstler bei dieser Erklärung zu tief in die Kaffeetasse/Wasserpfeife geguckt hatte. Egal, denn es gibt auf CD 1 sehr smoothen Techno House, bei dem die 12 gut abgestimmten Tracks elegant ineinander gemischt wurden, so das alles sehr kompakt dahinfließt. Groovt gut weg, als Highlights nennen wir mal „Smooth Talc“ und das basslastige „Moh’s Scale“.

Zum Abspannen gibt es dann auf CD 2 einen, auf Sounds der ersten CD basierenden, Ambient Mix, der, nun ja, eben sehr ambient ist. Entspannend.

Bachelorette – Bachelorette

Annabel Alpers heißt die Dame, in deren seltsamen Gedankenwelten wir unsere heutige Reise abschließen wollen. Aus Neuseeland stammt sie, aber mittlerweile lebt sie an der US-Ostküste, und aufgenommen wurde dieses Werk zwischen England, Libyen und Virginia.

Man stelle sich die seltsamsten Momente von Goldfrapp vor, ziehe fast jeglichen Pop davon ab und addiere etwas Weltraumatmosphäre – dann hat man es noch nicht annähernd. Die Bachelorette malt mit ihren Synthesizern seltsame Soundlandschaften aus, die manchmal fast richtige Songs ergeben und manchmal einfach nur seltsame psychedelische Stimmungen vertonen.

Überraschenderweise ist das aber gar nicht mal so schwer zugänglich und hört sich streckenweise auch richtig gut an – „Blanket“, „Polarity Party“ und „Digital Brain“ seien als Test empfohlen. Seltsam, aber gut.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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