querbeats Heute ist unsere Gemischtwarenabteilung erneut zu Gast im Hause des Labels Danse Macabre. Drei Veröffentlichungen, alle mehr oder weniger der dunklen Szene zuzuordnen, über dunkle Lyrik geht es durchs dunkle Mittelalter schließlich in den Dunkelkeller. Qualitativ sieht es auch mitunter eher dunkel aus.

ewig_herbst Doch beginnen wir die Reise positiv. Bandname und Albumtitel verheißen keinen Spaß, doch der Untertitel „Eine Dekomposition der Lyrik Georg Trakls“ verspricht zumindest inhaltlich Interessantes. Eden Weint Im Grab (jaja, Abkürzung EwiG, hoho) ist das Projekt von Alexander Paul Blake und bisher eher für düsteren Metal bekannt. Hier jedoch überrascht man mit einer experimentellen Soundcollage. Die schwermütigen Texte des Expressionisten Trakl, der 1914 nach nur 27 größtenteils nicht besonders glücklichen Lebensjahren an einer Überdosis Kokain starb, werden hier rezitiert und sehr passend mit elektronischen Sounds unterfüttert. Das Ganze wirkt wie ein Hörspiel oder eine Filmmusik aus dem Horrorbereich und ist daher kaum zum Nebenherhören geeignet. Für fröhliche Stunden sowieso nicht. Trotzdem durchaus empfehlenswert.

ignis Ach ja, Mittelalterrockmusik. Das ist schon eine sehr eigene Musiksparte. Der Rezensent mochte früher ja auch mal Subway To Sally hören. Oder gar In Extremo, bevor sie peinlich wurden. Und als Live-Acts auf entsprechenden Veranstaltungen können solche Bands immer noch Spaß bereiten (in maßvoller Dosierung). Es gibt jedoch verschiedene Probleme: Es gibt zu viele dieser Bands, und auf schnöde Konserve gebannt gibt diese Art Musik oft nicht viel her. Was auch auf diese fränkischen Newcomer zutrifft. Die Instrumentierung kennt man von 1000 anderen, wiewohl sie ihre Geräte gut beherrschen. Der Gesang ist okay, aber auch ohne eigenständige Merkmale. Und über die Texte sollten wir hier lieber nicht reden, da ist zu oft das Narrenweib mit dem Nordwind auf der Flucht vor dem Spielmann. Oder so. Also: Für Fans von Mittelalterrock womöglich eine echte Entdeckung, live sicher sehenswert, ansonsten redundant.

grimm Zum Schluss wird es ganz düster. In nahezu jeder Hinsicht. Grimm wollen vermutlich auf verschiedenen Weiden grasen. Da gibt es scheppernden Gothic Rock, Electrostampfer, ein bisschen klassischen Gesang und ganz viel Möchtegernrammsteingegrunze. Zu finsteren, finsteren Texten über dunkle Triebe und was sonst noch so in diesem Land verkehrt läuft. Schnell das Positive: Die ruhigen, elektronischen, instrumentalen Momente deuten an, dass Komponist Andreas Hellmanzik einiges Potential hat. Von den Gitarren und v.a. von Frontmann Jan Sörensen und seinen klischeetriefenden und grausam vorgetragenen Texten sollte er sich aber womöglich trennen. „Nennt es Industrial, nennt es Darkwave, nennt es Gothic Rock oder alles zusammen“, schlägt die Labelinfo vor. Wir nennen es einfach mal Mist.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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Kommentare

  1. alex
    2
    20.4.2010 - 16:09 Uhr

    was soll man dazu noch sagen: Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Wer weder Hirn noch Verstand noch sonstwas hat, muss sich doch nicht auch noch in irgendwelchen öffentlichen Foren äußern?!
    Vielleicht liegt das Problem ja wirklich an mangelndem Sex *g*

  2. Ishtar
    1
    15.12.2009 - 16:16 Uhr

    Und wieder so ein Möchtegern-Rezensent, der ungefragt seine Meinung kundtut, aber leider viel zu dumm und ungebildet ist, um auch nur ansatzweise zu erfassen was hinter irgendeinem Song steckt.

    Womöglich ist er immer noch gepestet, weil er erst mit 35 den ersten Sex hatte. Wenn man in der Jugend mit tuntigen Depeche Mode-Aufnähern auf der Jacke rumläuft, wird das natürlich auch nicht eher was.

    • 19.12.2009 - 9:33 Uhr

      Der erste Absatz des Kommentars #1 ist völliger Unsinn, nicht einmal das „ungefragt“ entspricht den Tatsachen.

      Der zweite Absatz des Kommentars #1 disqualifiziert den Kommentierenden allerdings komplett selbst. Traurig.