Es ist mal wieder an der Zeit unseren Mixer anzuwerfen. Als Zutaten kommen dieses Mal das jüngste Album von Blutengel, die aktuelle EP von Vomito Negro, die neue Single von Liquid Divine und das Debüt von Reaxion Guerrilla hinein. Ein paar Umdrehungen später ist ein elektronischer Cocktail entstanden, der eine bittersüße Note hat.

Nachdem Liquid Divine im vergangenen Jahr mit dem Album „Autophobia“ ein durchweg positives Presseecho einheimsen konnten, legen die Leipziger nun mit der „Sojourner EP“ kräftig nach. Als Sänger für den Titeltrack konnten Liquid Divine Frank M. Spinath von Seabound gewinnen, was sich bereits nach dem ersten Hören als absoluter Glücksgriff beschreiben lässt.
Gebettet auf trancigen Flächensounds, flirren die Beats von „Sojourner“ voller Leichtigkeit durch die Boxen, wobei der markante Gesang von Frank M. Spinath über allem thront und dieser Nummer quasi das i-Tüpfelchen aufsetzt. Grandios!
Auch die beiden Remixes stehen dem Original in nichts nach. Sowohl der ‚Diskonnekted Remix‘, als auch der ‚Club Edit‘ fallen insgesamt etwas druckvoller aus als das Original. Mit Planet Zero, Die To Meet You ( Parasire Remix ), Want ( Dejan Samardzic Remix ) und Comagirl ( Flaque Remix ) bekommt der Silberling vier weitere, durchweg gelungene Tracks, die für erstklassige Abwechslung sorgen.
Mit „Sojourner“ ist den Soundtüftlern aus Leipzig ein absolut brillante Nummer gelungen, die einfach nur Spass macht und die musikalischen Qualitäten von Liquid Divine eindrucksvoll in Szene setzt! Kauftipp!

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Mit der Vorabsingle „Reich mir die Hand„, haben Blutengel Anfang dieses Jahres einen gelungenen Appetizer veröffentlicht. Zwar gab es auch dieses Mal wieder den typischen Pohl’schen Düsterpop, doch diesen in gewohnt solider Qualität.
Weniger solide beginnt dagegen das neue Album „Tränenherz„. Songs wie „Über den Horizont“ und „The Lost Children“ wirken schmalzig und über den Punkt produziert. Wenig innovativ tönen auch die folgenden Tracks, die überwiegend in englischer Sprache und von Chris Pohl höchstpersönlich eingesungen wurden.
Tatsächlich stechen nur die angesprochene Vorabsingle und das wavige „Doomsday“ aus dem sonst dahinplätschernden Album hervor.
Fast wirkt es, als habe Chris Pohl bei „Tränentanz“ sein Händchen für eingängige Melodien verloren und auch innovative Ansätze sucht man vergebens. Bleibt nur zu sagen, dass es hier in Summe ein typisches Album à la Blutengel gibt.

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Peru ist bisher so ziemlich gar nicht für elektronische Clubmusik bekannt. Ändern könnten dies nun möglicherweise Reaxion Guerrilla. Das Duo aus Lima schickt sich an, seinen südamerikanischen Harsh-Electro auch in Europa zu etablieren. Grundlage hierfür ist das Debütalbum „I Hate You„, das auf dem deutschen Szenelabel Infacted Recordings erschienen ist. Schützenhilfe bekommen die beiden Peruaner dabei von Suicide Commando Mastermind Johan van Roy, der die Vocals von „Psycho Destruxion“ beisteuert.
Musikalisch bewegen sich Reaxion Guerrilla in den Fussstapfen von Bands wie Grendel, Hocico und Suicide Commando. Harte, elektronische Beatgewitter bilden dabei das Grundgerüst eines jeden Songs, die mit dezenten aber dennoch wirkungsvollen Melodielinien unterlegt werden.
Mit potentiellen Clubstampfern wie „No Way To Heaven„, „Destruye Tu Pasado“ oder „I Hate You“ wird das Duo sicherlich auch in den europäischen Clubs Anklang finden.

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Mit „Skull & Bones“ legten Vomito Negro vergangenes Jahr ein überraschendes Comeback hin, das sowohl von Fans als auch von Fachpresse gut aufgenommen wurde. Mit „Slave Nation„, einer 6 Track EP, legen die Belgier nun nach. Düstere Soundscapes prägen auch dieses Mal wieder die einzelnen Songs. Los geht es dabei mit dem eher schmissigen „Time Traveler„, das trotz seines düsteren Grundgerüsts eine gewisse poppige Attitüde nicht vermissen lässt.
Dieser Aspekt wird bei „Evil Eyes“ gegen langsame, eher schwebende Elemente ausgetauscht, was zur Folge hat, dass eine beklemmende Grundstimmung erweckt wird.
Mit „We Did It Again„, „Slave Nation“ und „Sabotage ( EBM Mix )“ gibt es oldschoolige EBM Beats auf die Ohren, die auf den Punkt kommen ohne sich in zuviel Tamtam zu verlieren. Dabei demonstrieren Vomito Negro gleichzeitig eindrucksvoll, dass sie auch 28 Jahre nach ihrer Gründung durchaus im Stande sind, fette Songs zu kreieren. Treffer!

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