kitsune_newEs ist mal wieder an der Zeit ein paar Sampler vorzustellen. Am Start: Ein Berliner Radiosender, der sich (erfolgreich) gegen das Dudelradio stemmt, ein französisches Mode- und Musiklabel, das stets auf der Suche nach Neuentdeckungen ist und eine jährlich herausragende Ambient-Compilation.

fluxfm_pop2Wer in Berlin und umzu wohnt, lebt radiotechnisch auf einer Insel der Glückseligen. Während in großen Teilen der Restrepublik öffentlich-rechtliche und private Sender mit den abgenudeltesten Hits von vorgestern, gestern und heute um den Titel des größten Hörerverdummers konkurrieren, hat man hier die Möglichkeit, gleich aus mehreren hervorragenden Sendern mit richtigem Programm zu wählen. Einer davon ist FluxFM.

Dort sucht und findet man sie noch, die unverbrauchte Musik. Von Indie über Electro über Ausgefalleneres bis zu den guten Momenten des Pop. Einen guten Überblick bietet da der FluxFM-Sampler „Popkultur kompakt“, der nunmehr bereits als „Vol. 2“ vorliegt. Auf zwei CDs oder über 38 Tracks bekommt man den deutlichen Beweis geboten, dass es noch jede Menge vielfältige Popmusik da draußen gibt.

So sind auf CD 1 eher die Indie- und Gitarrenkünstler vertreten – hier gibt es u.a. die Senkrechtstarter Milky Chance (die wie so manch andere Band zuerst bei FluxFM Airplay bekamen), den hochtalentierten Tom Odell, die wiedererstarkten Franz Ferdinand, die majestätischen The National, den österreichischen Noch-Geheimtipp Bilderbuch oder die stimm- und klanggewaltigen London Grammar zu hören. Auf CD 2 tummeln sich dann die eher elektronischen Acts. Von den allseits zu Recht gefeierten Moderat über die dänischen Hitbastler WhoMadeWho, den demnächst garantiert durchstartenden Thomas Azier, den auch von uns bereits empfohlenen Synthiekönner Mooryc bis hin zu Booka Shade, Tensnake und den Chvrches (hier im Remix) gibt es keinen Grund zum Skippen. Sender wie Sampler: Höchst empfehlenswert!





kitsune_newGroße Namen gibt es bei unserem nächsten Tipp eher nicht. Wobei, genauer: Noch nicht. Denn der Sampler heißt nicht umsonst „Kitsuné New Faces“. Das Pariser Hipsterlabel, das neben seinen modischen Aktivitäten u.a. für die enorm erfolgreiche „Kitsuné Maison“-Reihe verantwortlich zeichnet, aus der ja im Laufe der Jahre so einige Spitzenkünstler hervorgegangen sind, hat die Trüffelschweine losgeschickt und 14 Acts für 2014 ausgebuddelt, von denen bestimmt einige noch für Aufsehen sorgen werden.

Dabei sind die Stilgrenzen mittlerweile komplett eingerissen worden. Mit Antimatter People geht es beispielsweise gleich mal mit psychedelischem Pop mit 70er-Einschlag los. Danach reiht sich Gallant in die Riege der derzeit stark angesagten Künstler ein, die R’n’B-Elemente mit verschleppten Elektronik-Sounds mischen. Ähnliches bietet auch der nach den Charts schielende Soulpop von Years & Years. Bei dem Duo Solomon Grey verschwimmen die Grenzen zwischen Sounds (und Stimmen) aus dem Computer und „echter“ Instrumentierung gleich völlig. Infektiös!

Überraschenderweise gibt es zwar auch eher traditionelle Musik wie Blues- oder Seventies-Rock (Southern, Superfood), aber die elektronische Seite überwiegt dann doch weiterhin. Mit bassigem 80er Pop (Hyetal), harmonischem Electropop von (den mittlerweile wohl leider schon wieder aufgelösten) Snakadaktal, Beatgewaber mit feinem Gesang (Rosie Lowe) und einer Menge modernem/oldschooligem Housepop (George Fitzgerald, Panda, Clancy). Für viele etwas dabei.





popambient_14Bei den jährlich erscheinenden Pop-Ambient-Samplern vom Kompakt-Label weiß man, was man geboten bekommt. Einen hilfreichen Beitrag zum in diesen rasenden Zeiten zunehmend gefragten Thema Entschleunigung nämlich. Und auch „Pop Ambient 2014“ ist diesbezüglich wieder ein Volltreffer.

Die Kenner der Ambient-Szene werden über einige der an dieser Ausgabe Beteiligten besonders erfreut sein. So kehrt Ulf Lohmann nach sechs Jahren Pause zurück, ziert mit zwei wunderbar flächig-sanften Tracks Anfang und Ende der Compilation und bildet somit quasi den passenden Rahmen. Ambient-Urgestein Jörg Burger hat mit The Bionaut ein ganz altes Ego wiederbelebt, ein Stück von 1992 neu gemixt und mit interessanten Effekten versehen.

Natürlich darf auf diesem Sampler Wolfgang Voigt nicht fehlen, der in seiner Trackserie „Rückverzauberung“ Folge 8 ergänzt. Darüber hinaus hat er nach längerer Zeit wieder als GAS gearbeitet und den Titeltrack des aktuellen Albums von The Field in seine Einzelteile aufgelöst. Auch Thomas Fehlmann kennt man, der es hier ebenfalls sehr sparsam fließen und nur gelegentlich leicht knuspern lässt. Dazu Mikkel Metal (heimliches Highlight), Marsen Jules und andere. Entspannte Kunst, wie immer.





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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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