querbeats

Wie angekündigt, folgt nach dem alternativen und dem eher schrägen Special nun das elektronische. Es gibt fantastischen Techno von den Herren Bodzin & Romboy im Großpaket, hochwertige Intelligent Dance Music von Tom Thiel sowie zuckersüßen Franko-Elektropop von Yelle. Drei Alben, die wir allesamt guten Gewissens empfehlen können. Dann werfen wir mal die Maschinen an…

Stephan Bodzin vs. Marc Romboy – Luna

Ein Debütalbum zweier alter Hasen, auch das gibt’s. Die beiden erfahrenen Technoproduzenten und Labelbetreiber haben seit 2005 immer wieder zusammen gearbeitet und nun ihr gesammeltes Schaffen in eine pickepackevolle Box mit über 5 (!) Stunden Spielzeit gestopft.

Das heißt: 18 eigene Tracks – darunter zwei neue, das oldschoolig-technoide „Triton“ und das entspannt-verspielte „Oberon“. 20 Remixe von Szenegrößen wie Dominik Eulberg, Chris Liebing, Robag Wruhme, Joris Voorn, Gui Boratto oder Moritz von Oswald. CD 1 beinhaltet dabei den Großteil der Songs, wobei es zum Teil neue Edits oder Synthapella-Versionen (d.h. nur die Synthesizer ohne Beats und Percussion, sehr interessante Idee) gibt. Auf CD 2 gibt es dann Tracks und Remixe in einem stimmigen Mix, und CD 3 versammelt auf über 3 Stunden alle Remixe.

Viel Stoff fürs Geld, sicherlich nicht geeignet, um sich das Ganze am Stück @home anzuhören. Aber dafür hochklassiges Futter für die Kopfhörer, gelungener Überblick über die (weitgehend) deutsche Remixerszene und ergiebiges Material für die Clubs, die somit auf lange Sicht versorgt sein dürften. Klare Empfehlung!

Tom Thiel – Tom Thiel

Ein Debütalbum eines alten Hasen, auch das gibt’s (huch, Deja Vu?). Tom Thiel schaut immerhin bereits auf zwei Schaffensjahrzehnte zurück. Mit Sun Electric erlangte er Legendenstatus, mit Gudrun Gut war er im Oceanclub unterwegs, mit Daniel Meteo fährt er BUS, und Künstler wie The Orb, Yello, Apparat oder 2raumwohnung schätzen seine Mitarbeit.

Da wurde es langsam einmal Zeit für ein Soloalbum. Thiel hat da ganz entspannt – nicht zuletzt heißt einer der Tracks auch „Laissez Faire“ – ein richtiges Album aufgenommen. Die elf Stücke fließen harmonisch ineinander, und trotzdem ist für ausreichend Abwechslung gesorgt. Da gibt es Ambient-Spuren, natürlich House, auch mal ein bisschen Dub und ein paar minimal(istisch)e Soundschleifen.

Profi, der er ist, hält Thiel dabei jederzeit die „Loose Ends“ zusammen und kann somit mit einem intelligenten Technowerk vollauf überzeugen.

Yelle – Safari Disco Club

Nein, was ist das eine schnuckelige Platte! Wer unsere Kitsuné-Sampler-Besprechungen verfolgt oder generell an französischem Elektropop interessiert ist, der hat bestimmt schon von Yelle gehört. Den frühen Hit „Je Veux Te Voir“ hat man jedenfalls ziemlich wahrscheinlich schon mal zu Ohren getragen bekommen.

Der große Trumpf ist natürlich die einfach nur niedliche Mädchenstimme von Yelle alias Julie Budet. Aber auch die Sounds und Beats, die sie und ihre beiden männlichen Mitstreiter aus den Geräten kitzeln, machen Spaß. Natürlich ist das alles fürchterlich cheesy, aber es verbreitet eben auch eine Menge gute Laune. Außerdem ist bei diesem, ihrem zweiten Album, durchaus eine gewisse Weiterentwicklung festzustellen. Es gibt mehr Abwechslung, es gelingen sowohl spaßige Hits im 80er Gewand (wie der Titelsong), als auch moderne Clubtracks, vielleicht ein Verdienst von Produktionspartnern wie Siriusmo (z.B. das tolle „La Musique“).

Wer also in den letzten beiden Jahren zu La Roux und Robyn getanzt hat, der sollte sich auch hier bestens aufgehoben fühlen.

(Addison)
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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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