querbeats Heute ganz viele Beats hier. Auf zwei recht unterschiedlichen neuen Ausgaben der mittlerweile zu Recht legendären DJ-Kicks-Serie wird die Kunst des gehobenen DJ-Mixes zelebriert, nämlich durch James Holden und Kode9. Und außerdem gibt es Synthesizer meets Swing im dritten Raum.

Ganz toll, liebe Plattenfirma! Auf Promo-CDs für einen DJ-Mix über jeden der 20 ineinander gemischten Tracks drüberzuquatschen. Da vergeht dem Rezensenten jede Motivation, sich die CD – wie man es für eine gute Rezension ja eigentlich machen möchte – noch mehrere Male anzuhören. Infolgedessen gibt es hier auch nur nur eine Kurzkritik:

James Holden gilt als einer der Grenzgänger unter den Club-DJs. Denn er ist einer, der in seine stets variablen Sets immer wieder Unerwartetes einbaut und dem es gelingt, verschiedenste Stile zu einem homogenen und tanzbaren Etwas zu vereinen (wir erinnern uns sehr gern an seinen tollen Mix zu „The Darkest Star“ von Depeche Mode). So auch hier, bei seinem Beitrag zur verdienten DJ-Kicks-Reihe.

Da fließen frühe und obskure Sound-Experimente in hochaktuelle Clubmusik, als wäre das nichts. Mogwai (exklusiver Remix!), Piano Magic, Caribou, Kieran Hebden, Eric Copeland und ein ganz neues Stück von Holden selbst – passt alles zusammen und überzeugt letztendlich auch technohistorisch.

Ganz toll, liebe Plattenfirma, zum Zweiten etc. blabla… Kurzkritik again:

Kode9 alias Steve Goodman, Schotte und Chef des Labels Hyperdub. Ah, die Experten werden nicken, das sind doch die, die den Dubstep auf die Welt losgelassen haben. Mit Burial, Skream und so weiter. Genau, und Kode9 ist so ein bisschen der Kopf des Ganzen, der jetzt mal eben ein raffiniertes Set aus 31 Tracks für die DJ-Kicks-Reihe kompiliert hat.

Wobei das hier nur zum Teil Dubstep ist. Darüber hinaus gibt es alle möglichen Arten von verdrehten und Broken Beats, Grime, Dub (ohne Step, haha) und mehr, vieles ist dabei, wozu in London der Underground tanzt. Natürlich auch mit exklusiven eigenen Beiträgen, die zeigen, dass der Mann auch selbst kraftvolle Tracks zaubern kann.

Andreas Krüger (hat nichts mit dem Melotron-Frontmann zu tun) hat schon vor 16 Jahren sein erstes Album veröffentlicht und ist mittlerweile bei Nr. 7 angekommen.

Auch darauf brummeln seine Synthesizer wieder in Bereichen von House, Techno und ein bisschen Ambient, was gerade in den angenehm klar klingenden ersten beiden Stücken („Spurenelemente“, „Rosa Rausch“) überzeugt. Später zeigt er, dass er auch etwas von Swing versteht und wirft diesen gleich hinein in den Mix, was zumindest im pfiffigen „Swing Bop“ (durchaus ein kleiner Hit im letzten Jahr) sehr gut passt.

Es gibt zwischendurch aber auch immer wieder einige Tracks, die ein wenig belanglos vor sich hin plätschern, was dann in Verbindung mit genretypischen Housebeats zu Ermüdung führen kann.

Da aber nettes Technogeklöppel („Gerät außer Kontrolle“) und eine gelungene Kraftwerk-Reminiszenz („Weitwelt“) wieder punkten können, zeigt der Daumen am Ende doch noch knapp nach oben.

(Addison)

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 Addison
Addison heißt eigentlich Thomas Bästlein und schreibt seit Anfang 2007 für depechemode.de. Hauptberuflich arbeitet er im öffentlichen Dienst. Du kannst Thomas online bei Facebook treffen.

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